Notruf
Quelle: Dvorakova Veronika/Shutterstock
All-IP 13.02.2020, 13:05 Uhr

Notruf-Lokalisierung: Sicher ankommen

Im All-IP-Zeitalter ist die Lokalisierung von Notrufen komplizierter geworden. Damit steigt das Risiko für die Anrufenden, aber auch für Unternehmen und Reseller.
Das Ziel eines Notrufs mit den Nummern 110 und 112 ist, in Notlagen schnell kompetente Hilfe herbeirufen zu können – dies ist im Telekommunikationsgesetz (TKG) so festgeschrieben. Das Thema hat allerdings viele Facetten und ist mit der Umstellung auf das Next Generation Network noch komplexer geworden. Die Bundesnetzagentur hat bereits im vergangenen Sommer die Technische Richtlinie (TR) Notruf 2.0 veröffentlicht, die nach einer Übergangsfrist im nächsten Jahr umgesetzt werden soll. Einige TK-Anbieter monieren allerdings, die TR Notruf 2.0 sei etwas schwammig formuliert; zu diesen gehört auch Rainer Strobel, Teamleiter Next Generation Networks bei HFO Telecom.

„Im ISDN-Zeitalter war der Standort ­eines Telefonanschlusses durch die Teilnehmeranschlussleitung fest definiert“, ­erklärt er. Über die Rufnummer wurde die zuständige, am nächsten zum Anrufer gelegene Leitstelle ermittelt. Mit dem Anruf wurden zudem die Standortdaten übertragen, die am Anschluss hinterlegt sind. Die neuen Notrufkonzepte orientieren sich noch sehr stark an den alten Verfahren, die allerdings im All-IP-Zeitalter passé seien, so Strobel: „Vor allem bei Unternehmen, die eine Cloud-PBX mit einem Nummernblock nutzen, ist diese örtliche Zuordnung nicht mehr eindeutig möglich.“ Denn wenn ein Mitarbeiter aus einer Filiale in Frankfurt den Notruf wählt, die ­Unternehmenszentrale aber in München ist – und damit auch diese Adresse hinterlegt ist –, so wird der Anruf an eine Leitstelle in München geroutet.

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