Bitkom-Studie 07.08.2019, 09:24 Uhr

Situation für Start-ups wird zunehmend schlechter

Trotz zahlreicher Versprechen der Politik, Deutschland zu einer Start-up-Nation zu machen, beäugen viele Unternehmen ihre Situation zunehmend kritisch.
(Quelle: NeydtStock / shutterstock.com )
Nur rund 39 Prozent der Start-ups in Deutschland sind der Meinung, ihre Situation habe sich in den vergangenen zwei Jahren verbessert. Vor einem Jahr lag der Anteil mit 44 Prozent noch höher. Enttäuscht sind die jungen Unternehmen laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom vor allem von der Politik.
Aus Berlin heißt es immer wieder, man wolle Deutschland zu einer Start-up-Nation machen. Dies sei laut Bitkom-Präsident Achim Berg aber kein Selbstläufer. Rund drei Viertel (78 Prozent) der befragten Start-ups sind den Politikern gegenüber eher skeptisch eingestellt. Sie unterliegen eher dem Eindruck, Berlin wolle sich mit der Start-up-Szene schmücken, habe aber eigentlich gar kein Interesse an den Problemen der Gründer, so die Ergebnisse der Umfrage weiter.
Etwa zwei Drittel (62 Prozent) sind sich sogar sicher, dass Versprechen für Start-ups aus dem Koalitionsvertrag nicht eingehalten werden. „Kurz vor der Sommerpause haben sich die Bundestagsfraktionen von Union, SPD, FDP und Grüne mit der Start-up-Förderung beschäftigt und entsprechende Positionspapiere verabschiedet oder Anträge eingebracht. Allein: Es fehlt in Deutschland nicht an guten Ideen und Worten, wie Start-ups zu unterstützen wären, es fehlt an Taten. Diese müssen jetzt rasch folgen“, so Berg.

Negative Einschätzung ist Warnzeichen

Mehr als jedes zehnte (11 Prozent) Unternehmen gibt an, dass sich die Lage ihrer Ansicht nach in Deutschland verschlechtert hat. In den Vorjahren vertraten nur fünf (2018) beziehungsweise sechs Prozent (2017) diese Meinung. „Die negative Entwicklung in der Einschätzung der eigenen Lage durch die deutschen Start-ups ist ein Warnzeichen", so Berg.
Hinzu kommt außerdem, dass Start-ups häufig von öffentlichen Ausschreibungen ausgeschlossen sind. Hierbei werden in der Regel mehrjährige Bilanzen oder verschiedene Referenzprojekte verlangt. Damit können die jungen Unternehmen meist nicht dienen.
Die Zahlen beruhen auf einer Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des Bitkom. Befragt wurden dafür 321 IT- und Internet-Start-ups in Deutschland.



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