AVM 27.12.2010, 10:47 Uhr

"Natürlich haben wir Konkurrenzdruck"

Telecom Handel sprach mit Ulrich Müller-Albring, Gesamtvertriebsleiter bei AVM, über die aktuelle Marktsituation, die Rolle des Handels bei der Heimvernetzung - und den Start einer FritzBox für LTE.
Telecom Handel: Mit LTE hält gerade eine neue Technologie für schnelles Internet Einzug in viele Haushalte. Wie will AVM davon profitieren?
Ulrich Müller-Albring: Grundsätzlich haben wir die Entscheidung der Bundesnetzagentur bezüglich des vorrangigen Ausbaus der weißen Flecken sehr begrüßt. Damit werden nun etliche echte Neukunden erschlossen, die sich auf schnelles Internet freuen. In Kürze werden wir, beginnend mit Telefónica O2, eine FritzBox LTE vorstellen. Ich gehe davon aus, dass der Fachhandel dieses Gerät auf Sicht in jedem Netz verkaufen kann. Mehr kann ich aber noch nicht verraten.
Telecom Handel: Schade, aber dann lassen Sie uns doch über ein Thema sprechen, das im Gegensatz zur gerade erst begonnenen LTE-Vermarktung endlich im Massenmarkt angekommen ist – die Heimvernetzung.
Müller-Albring: Das ist tatsächlich mittlerweile eines der großen Themen in der TK-Branche. Immer mehr Breitbandnutzer haben de facto schon ein kleines Heimnetzwerk, wenn sie nur einen Drucker, einen Laptop oder eine Spielkonsole an ihren WLAN-Router angeschlossen haben. Und der Wunsch nach Zugriff auf Fotos, Filme oder Musik mit unterschiedlichen Geräten ist ungebrochen. Das ermöglichen wir mit der FritzBox. Übrigens ebenso wie die Einbindung von Smartphones in das Heimnetz.
Telecom Handel: Und wie kann der Handel von dieser Entwicklung profitieren?
Müller-Albring: Unter anderem indem er Peripheriegeräte anbietet, die in so einem Heimnetzwerk genutzt werden können. Das geht von der einfachen externen Festplatte über ein DECT-Telefon bis zu mobilen Endgeräten wie Netbooks, Tablets und auch Smartphones. Und auch immer mehr TV-Geräte verfügen über ein WLAN-Modul, der Händler kann hier wunderbar beispielsweise eine FritzBox verkaufen, damit der Kunde einen verlustfreien Videostream bekommt.
Telecom Handel: Inwieweit müssen sich die Händler denn umstellen, um an diesem Trendthema teilhaben zu können?
Müller-Albring: Die Kunden brauchen den Fachhandel und schätzen auch die Beratungskompetenz. Dennoch ist das kein Selbstläufer, der Händler muss die oben genannten Produkte und Lösungen aktiv anbieten und ständig auf dem Laufenden bleiben. Das erforderliche Wissen bekommt er bei uns beispielsweise auf unseren Roadshows oder in unserem Partnerportal mit den sehr beliebten Webinaren.

Sag niemals nie

Telecom Handel: Eine immer wieder geäußerte Kritik seitens des Handels bezieht sich auf den Vertrieb der FritzBox über die Breitbandanbieter. Kann der Handel überhaupt noch freie Geräte verkaufen, wo doch die meisten Kunden schon zum Vertragsabschluss eines geschenkt bekommen?
Müller-Albring: Zum einen gibt es für null Euro meist nur ein Einsteigergerät. Wer mehr Leistung und mehr Features will, beispielsweise WLAN mit 2,4 und 5 GHz parallel, der muss auch beim Carrier mehr zahlen, wenn er ein entsprechendes Gerät dort überhaupt bekommt. Zum anderen besteht aber auch aufgrund der angesprochenen Anforderungen, die beispielsweise Homenetworking mit sich bringt, eine steigende Nachfrage bei den Kunden nach diesen besser ausgerüsteten Geräten. Und die bekommen sie beim Fachhandel.
Telecom Handel: Mit der FritzBox 6360 hat AVM seit kurzem ja auch ein Gerät für die Kabelnetzbetreiber im Programm, allerdings ist das Gerät bislang noch nicht bei allen verfügbar ...
Müller-Albring: Unitymedia und einzelne regionale Kabelanbieter haben den Rollout bereits begonnen. In den nächsten Monaten wird die FritzBox 6360 bei weiteren Anbietern erhältlich sein.
Telecom Handel: Mit den FritzBoxen setzen Sie auf WLAN als Schnittstelle im Heimnetzwerk. Könnte es in Zukunft auch Powerline-Produkte von AVM geben?
Müller-Albring: WLAN ist die zentrale Schnittstelle für das Heimnetz. Sie ist bestens verbreitet und verfügt bei WLAN-n über einen ausgezeichneten Standard. Das gilt sowohl für die Verfahren, beispielsweise beim Videostreaming, als auch für die Datenraten. So können wir in Kürze eine WLAN-n-FritzBox mit 450 MBit/s anbieten, die neben der schnelleren Geschwindigkeit auch die Funkabdeckung vergrößert. Powerline ist beim Heimnetz nur eine ergänzende Technologie. Aber man soll niemals nie sagen.
Telecom Handel: AVM ist seit Jahren uneingeschränkter Marktführer. Wünschen Sie sich manchmal etwas mehr Konkurrenzdruck?
Müller-Albring: Wir haben natürlich Konkurrenzdruck, die meisten Mitbewerber versuchen es über einen günstigeren Preis. Aber es ist immer wieder schön zu beobachten, dass der Preis nicht der wichtigste Punkt ist. Die Qualität der Produkte und auch des Service muss stimmen, anders funktioniert es nicht. Und am Ende profitieren die Händler auch von den stabilen Preisen, denn bei einem 40-Euro-Router fällt die Marge natürlich anders aus als bei einer FritzBox 7390 mit einem UVP von 289 Euro.



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