Navi-Test 01.01.2009, 14:13 Uhr

Navman S90i

Navman bringt mit dem S90i ein gut ausgestattetes Navi - Kleine Schwachpunkte trüben das positive Gesamtbild
Sonderlich erfolgreich scheint das NavPix-Konzept von Navman nicht gewesen zu sein, denn in der aktuellen S-Serie hat nur noch das Topmodell S90i eine Kamera im Gehäuse integriert. Zwar wurde die Auflösung von 1,3 auf 2,0 Megapixel aufgestockt, die Bilder haben dennoch nur Schnappschuss-Qualität. Wie auch bei der N-Serie werden die Fotos automatisch mit einer Geokodierung versehen und können so später in Google Earth eingespielt werden. Praktisch für die Bedienbarkeit des Naviga-tionsgeräts ist aber vor allem die Möglichkeit, über die gespeicherten Bilder mit einem Klick die Routenführung zum gewünschten Ziel starten zu können. Aber auch die herkömmliche Menüführung des S90i hat der Hersteller gut gelöst: Der Nutzer findet sich sofort zurecht, zumal das Menü auf dem großen 16:9-Bildschirm übersichtlich dargestellt wird und nur zwei Ebenen tief ist.Kleine Schwächen
Navman hat dem S90i ein komplettes Ausstattungspaket spendiert. So ist neben TMC, Text-to-Speech und einem 2 GB großen Speicher auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung an Bord. Im Test klappte die Verbindung mit dem Handy zwar problemlos und auch Features wie das Vorlesen von eintreffenden SMS oder die Synchronisierung mit dem Telefonbuch des Handys überzeugten, doch muss der Nutzer in puncto Sprachqualität teils deutliche Abstriche machen.
In der Hauptdisziplin Navigation leistet sich das S90i kaum Schwächen, lediglich beim Rerouting benötigt das Navi zu lange, um sich neu zu orientieren. Die Eingabe des Fahrtziels erfolgt auch ohne die NavPix-Funktion schnell und problemlos, die Berechnungszeit für eine Route quer durch Deutschland liegt im guten Durchschnitt. Die Darstellung ist übersichtlich und klar ablesbar, einen Fahrspurassistenten sucht man indes vergeblich. Während der Fahrt in Tunnels oder anderen Bereichen ohne GPS-Empfang schaltet das Gerät automatisch auf die Anzeige der nächsten Fahranweisungen um, eine von der aktuellen Geschwindigkeit ausgehende Simulation gibt es nicht. Schlecht gelöst ist der Tempowarner. Wo andere Navigationsgeräte dem Nutzer die Wahl lassen, ab welchem Grad der Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit eine Warnung gegeben werden soll, kann man beim Navman nur eine fixe Geschwindigkeit angeben. Stellt man beispielsweise 100 km/h ein, so bleibt das Navi selbst bei 70 km/h innerhalb einer Ortschaft stumm, während auf der Autobahn gegebenenfalls dauernd gewarnt wird.
Insgesamt liefert Navman mit dem S90i für rund 350 Euro ein solide ausgestattetes Navi mit etlichen Features. Nach kurzer Eingewöhnung bietet auch die NavPix-Funktion einen netten Mehrwert, den sonst kein anderes Navigationsgerät am Markt vorweisen kann. Um in der Oberklasse ein Wörtchen mit-reden zu können, müssen die Entwickler jedoch noch einige unnötige Schwachstellen beseitigen.
Internet: www.navman.com
Karten: Westeuropa
Dynamische Navigation: TMC
Display: 4,3 Zoll im 16:9-Format
Preis: 349 Euro
+ komplette Ausstattung
+ sehr gute Menüführung
+ praktische NavPix-Funktion
- schwaches Rerouting
- kein Fahrspurassistent


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