Mini-Verstärker 02.10.2019, 09:12 Uhr

Mehr Power für Headsets: Audiolab M-DAC nano im Test

Mit dem M-DAC nano verspricht der Hersteller Audiolab HiFi-Sound via Bluetooth auch an hochohmigen Kopfhörern. Wir haben den kleinen Klangriesen getestet.
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(Quelle: Audiolab)
Die meisten im Handel erhältlichen Kopfhörer arbeiten mit einer relativ niedrigen Impedanz von bis 80 Ohm. Der geringe Widerstand im Gerät garantiert, dass der Hörer auch bei der Nutzung mit vergleichsweise leistungsschwachen Smartphones ordentlich klingt. Wer sich nun für den Musikgenuss zuhause einen Studio-Kopfhörer geleistet hat, möchte diesen unter Umständen auch mobil mit dem Smartphone nutzen – und braucht hierfür ein separates Gerät. Mit einem portablen Digital-Analog-Wandler (DAC), werden die Signale des Smartphones so verstärkt, dass sie von Kopfhörern mit hohem Widerstand verarbeitet werden können.
Wir haben von Audiolab den M-DAC nano getestet, einen Mini-Verstärker, der nicht einfach zwischen Smartphone und Kopfhörer geschaltet wird, sondern die Sound-Files via Bluetooth empfängt und dann mittels 3,5-mm-Klinke an den Kopfhörer weitergibt. Dabei unterstützt das Gerät alle wichtigen Standards und Codecs wie aptX, aptX LL und AAC. Über massiven Verlust bei der Übertragung der Musik auf den Kopfhörer muss man sich also keine Gedanken machen, vorausgesetzt, das Smartphone bietet diese Codecs auch.
Quelle: Audiolab
Die Benutzung des M-DAC nano ist denkbar einfach: Das Gerät ist schnell via Bluetooth gekoppelt und macht den schnurgebundenen Kopfhörer damit im Handumdrehen drahtlos. Wir haben einen Beyerdynamic DT 990 Pro mit 250 Ohm angeschlossen, und waren vom Klang positiv überrascht. Die Auflösung unterschied sich kaum vom Betrieb an unserem Test-Verstärker Yamaha RX-V 575. Die Bässe kamen schön knackig rüber, die Höhen waren wunderbar transparent, beispielsweise beim Stück „Heaven“ des Albums „Ambient“ von Moby. Wenn man den Kopfhörer zum Vergleich direkt an das Smartphone, ein OnePlus 6, anschloss, konnte man den Unterschied nur allzu deutlich hören. 
Da das Audiosignal über Bluetooth nur mit  16 Bit/44 Kilohertz ankommt, kann der Mini-Verstärker es mittels Knopfdruck auf 32 Bit/384 Kilohertz hochrechnen. Dadurch gewinnt die Musik noch einmal an Transparenz und Räumlichkeit, die Sound-Ingenieure haben hier ganze Arbeit geleistet. 
Musikalisch ist der M-DAC nano also ein echter Zugewinn, sofern man über einen entsprechenden hochohmigen Kopfhörer verfügt. Zum Laden hat der Hersteller ein kleines mit Leder überzogenes Pad mitgeliefert, das mittels USB mit Strom versorgt wird. Der Verstärker selbst wird dann einfach daraufgelegt und drahtlos geladen. Das ist zwar ein nettes Gimmick, doch wer den M-DAC nano auf reisen mitnehmen will, muss so immer zusätzlich an das Ladepad denken. Allerdings kommt das Gerät mit einer Ladung knapp 30 Stunden aus, das sollte zumindest für eine kurze Geschäftsreise oder einen Wochenendausflug ohne erneutes Laden ausreichen. Der Preis ist mit 199 Euro auf dem Niveau der Konkurrenz, für Besitzer eines passenden Kopfhörers kann sich diese Investition aber durchaus lohnen.  



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