LG G7 ThinQ und OnePlus 6 im Vergleichstest

Mehr Schutz bei LG

Auch LG wagt bei der Gestaltung des Gehäuses weniger Experimente als bei früheren G-Modellen 
Quelle: LG
Lobenswert ist, dass beide Smartphones noch einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker­ auf der Unterseite haben. Einen Unterschied gibt es aber doch, denn das OnePlus ist ohne eine Zertifizierung nach ­Angaben des Herstellers lediglich vor Spritzwasser geschützt, während das LG gemäß der Norm IP68 rund 30 Minuten unter Wasser überstehen soll.  
Bei den Displays gibt es ebenfalls Unterschiede: Zwar weisen beide eine „Notch“ – also die kleine Aussparung für die Frontcam und den Lautsprecher im oberen Bereich – auf, doch diese ist beim LG etwas breiter. Bei der Ausnutzung der Oberfläche durch den Bildschirm sind beide Smartphones mit über 80 Prozent sehr gut. Mit einer Auflösung von 3.120 x 1.440 Bildpunkten liegt das G7 im Wettbewerb weit vorne, doch im Alltag sind die Unterschiede zur ebenfalls ordentlichen Auflösung von 2.280 x 1.080 beim OnePlus kaum wahrzunehmen. Mit 6,28 gegenüber 6,1 Zoll ist die Diagonale beim China-Smartphone dafür etwas größer. 
Beeindruckend sind die Ablesbarkeit der sehr hellen LG-Anzeige auch unter Sonnenlicht und der große Blickwinkel, zudem hat es eine praktische Always-on-Funktion, die im Ruhezustand im Display wichtige Informationen anzeigt, was allerdings den Akkuverbrauch minimal erhöht. Das OnePlus hat eine ähnliche Anzeige, allerdings nicht permanent, sondern nur durch Aktivierung, indem das Telefon angehoben wird. LG schlägt OnePlus beim Display in allen Belangen, bis auf die Darstellung schwarzer Flächen, bei denen die Amoled-Technologie einfach im Vorteil ist.
Bei der Leistung sind die Unterschiede gering, denn beide Hersteller verwenden mit dem Snapdragon 845 von Qualcomm den gleichen Prozessor, der mit acht Kernen, die mit bis zu 2,8 GHz getaktet sind, zu den schnellsten gehört. Da das OnePlus 6 statt 4 GB Arbeitsspeicher hat, schneidet es im Antutu-Benchmark mit etwa 265.000 gegenüber 236.000 Punkten beim LG geringfügig besser ab, was auf diesem sehr hohen Niveau aber kaum ein Anwender merken dürfte.
Das Design des OnePlus 6 ist ­unspektakulär und zeigt wenig ­Eigenständigkeit 
Quelle: Oneplus
Mit 3.000 mAh beim LG beziehungsweise 3.300 mAh beim OnePlus liegt die Akkukapazität im Rahmen der Klasse. Sie kommen so mit einer Akkuladung bei normaler Nutzung auf etwa 1,5 Tage – das LG allerdings nur, wenn man die Helligkeit der Anzeige herunterregelt. Die Schnellladefunktion von OnePlus füllt den Kraftspender in einer halben Stunde schon um deutlich mehr als die Hälfte wieder auf. LG hat dem G7 zusätzlich noch drahtloses Laden im QI-Standard spendiert.
Beide Hersteller setzen auf Doppelkameras, wobei LG zwei 16-Megapixel-Linsen einsetzt, von denen eine für einen 107-Grad-Weitwinkel sorgt und die an­dere mit einer Blendenöffnung von f/1.6 und einem optischen Bildstabilisator als Hauptkamera dient. OnePlus bietet dagegen 16 und 20 Megapixel, beide mit einer großen Blende von f/1.7. Damit sind ein zweifacher optischer Zoom und Aufnahmen mit Bokeh-Effekt, also unterschiedlicher Schärfe auf Vorder- und Hintergrund, möglich. Das Ergebnis sind gute Fotos, die aber nicht das Niveau der aktuellen Top-Kameras von Huawei und Samsung erreichen. Auch das LG bietet keine Top-Qualität, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen, wenn Bilder unscharf erscheinen. Die AI-Funktionen der Kamera, machen sich in einer Motiverkennung der Software bemerkbar, allerdings kommen dabei oft völlig absurde Begriffe in den Sucher, etwa wenn im Büro ein definitiv nicht vorhandener Pudel identifiziert wird. Die Einstellung der Parameter auf diese Motive ist aber ohnehin relativ irrelevant, da sie die Bilder nur wenig verändern.
Die Frontkameras sind bei beiden Smartphones guter Durchschnitt in der Oberklasse, das LG hat zwar nur acht Megapixel Auflösung, punktet aber mit einer Blende von f/1.9 und einem erweiterten Winkel von 80 Grad für Aufnahmen. Die Fotos der 16-Megapixel-Selfiecam des OnePlus sind dafür bei schlechten Lichtverhältnissen besser.
Bei der Bedienung setzen beide Android-Smartphones Akzente. So lassen sie sich per Doppeltipp auf das Display aus dem Stand-by-Modus aufwecken. LG hat noch einen eigenen Knopf an der linken Seite, um den Assistenten von Google ­aufzurufen. Zweifaches Drücken aktiviert Google Lens, mit dem Objekte anvisiert werden können, über die dann Informationen angezeigt werden. OnePlus setzt Oxygen OS als Modifikation auf die An­droid-Oberfläche, was die Individualisierbarkeit durch den Anwender erhöht. 
Deutlich punkten kann das LG mit seinem sehr guten Sound-Chip. Der inte­grierte Lautsprecher klingt voll und kann die Unterlage, auf der das Smartphone liegt, als Resonanzkörper nutzen. Außerdem legt LG ein hochwertiges Headset bei. Das OnePlus kann hier nicht mithalten. 



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