Brodos 05.06.2020, 10:30 Uhr

Interview mit Stefan Vitzithum zur SCC-Übernahme

Telecom Handel sprach mit Stefan Vitzithum, COO der Brodos AG, über die Ziele und Folgen der Übernahme von Stahlgruber Communication Center (SCC).
Stefan Vitzithum ist seit dem Jahr 2005 Chief Operating Officer (COO) der Brodos AG in Baiersdorf
(Quelle: Brodos)
Telecom Handel: Was erhoffen Sie sich von der Übernahme der SCC durch Brodos?
Stefan Vitzithum: Aus unserer Sicht ist das ein perfekter Match. Die Leute bei SCC sind super, die Firma im Markt hervorragend etabliert. SCC hat eine qualitativ sehr gute und vitale Beziehung zu seinen Kunden. Das ergänzt sich für uns ganz hervorragend, auch vom Portfolio her. Denn SCC hat andere Händler als wir. Unser Ziel ist es, die Dinge, die die beiden Unternehmen jeweils besonders gut machen, zusammenzubringen. Dann schaffen wir das wirklich Beste aus beiden Welten. 
Was wird sich für die Handelspartner von SCC ändern?
Vitzithum: Faktisch erst einmal nichts. Die Ansprechpartner, die Bankverbindung, die Zielvereinbarung: Das bleibt alles zunächst gleich. Ich bleibe ja Händler der SCC GmbH, bei der sich lediglich die Eigentümerstruktur verändert hat. 
Und langfristig?
Vitzithum: Mit Blick nach vorne kann man sich schon ein paar Dinge ausmalen. Die neuen Kollegen in Fulda sind etwa sehr stark im Geschäft mit der Deutschen Telekom. SCC ist ganz hervorragend darauf ausgelegt, Telekom Partner mit dem vollen Magenta-Fokus zu bedienen. Dafür stehen die, und das in Kombination mit einer ganz ausgeprägten Kunden- und Dienstleistungsorientierung. Mit einem Spürsinn für die richtigen Aktionen, die am Markt nötig sind. Wir bei Brodos sind mit einer breiteren Fülle an Themen ­unterwegs. Wir sind bei Omnichannel-­Themen stark und haben mit allen relevanten Herstellern direkte Verträge.
SCC ist auch im GK-Segment aktiver als Brodos …
Vitzithum: Die sind im indirekten Vertrieb sehr stark. Brodos ist hier vor allem direkt unterwegs, wir haben etwa DAX-Konzerne wie die Deutsche Bahn als Kunden. Das ergänzt sich auch sehr gut.
Der Standort Fulda soll bestehen bleiben, auch die Marke SCC. Wo sehen Sie einen Ansatz für Synergien? 
Vitzithum: Der Standort bleibt. Die Leute bleiben. Der Brand bleibt. Wir werden uns vor allem ansehen, wo der ein oder andere ein sinnvolles Geschäft betreibt. Und wo der eine vom anderen lernen und profitieren kann. Wir haben jetzt schon gesehen, dass das Team in Fulda richtig gut ist. Das ist eine echte Ergänzung, ein echtes Add-on. Die Überlappungen sind überschaubar.
Etwa im Bereich der Logistik? 
Vitzithum: Logistik gibt es sowohl in Baiersdorf als auch in Fulda, und zwar mit ganz unterschiedlichen Konzepten. Unsere Logistik bei Brodos ist natürlich größer, bei SCC ist hingegen vieles sehr individuell. Klar ist: Wir kommen nicht mit dem Synergie-Rotstift und streichen jetzt dies und das weg. Wenn SCC gute Leute in einem Bereich hat, dann wandert die Verantwortung für dieses Thema im Zweifel nach Fulda. Wir wollen die Dinge vor allem gut machen, da muss nicht alles in Baiersdorf sein. 


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