Mutmacher des Tages 15.04.2020, 10:21 Uhr

TK-Fachhandel: Mit Grips durch die Corona-Krise - Teil 2

In der neuen Rubrik „Mutmacher des Tages“ stellt Telecom Handel in unregelmäßigen Abständen Händler vor, die sich mit Einfallsreichtum gegen die Folgen der Corona-Pandemie stemmen. Heute: Kai Zisowsky aus Berlin.
(Quelle: Zisowsky)
Aetka-Partner Kai Zisowsky von „Handy shop SIM Only“ hat drei Standorte, zwei in Brandenburg, die nach wie vor geschlossen sein müssen, und einen in Berlin, der geöffnet ist – wenn auch mit Einschränkungen. Es darf immer nur ein Kunde auf einmal ins Geschäft, und dieser muss auch den entsprechenden Sicherheitsabstand zum Personal einhalten. Bislang hätten alle Kunden Verständnis für die Absperrungen aus Plexiglas und Bändern, die er angebracht hat, sagt der Händler. Viele Kunden kommen aber ohnehin nicht. „Der Laden liegt nicht so, dass er viel Laufkundschaft hat, aber seit kurzem ist es natürlich nochmal deutlich weniger“, erzählt er. Die Kunden, die dann in seinen Shop kämen, seien zudem weniger in Kauflaune als vielmehr auf Optimierung bestehender Verträge aus, etwa um Kosten zu sparen oder mehr Datenvolumen zu bekommen. Zisowsky und sein Team rufen die Bestandskunden aktiv an und fragen, ob sie mit ihnen ihren Tarif durchgehen möchten.
Quelle: Zisowsky
„Wenn die Kunden ans Telefon gehen, haben sie aktuell auch mehr Zeit für ein Gespräch, aber eine umfassende Bedarfs­analyse, wie wir sie im Shop mit Pencil-Selling machen, die funktioniert am Telefon einfach nicht“, so Zisowsky. Auch ­zusätzliche Aktionen hat er ins Leben gerufen, manche davon sind denkbar einfach umzusetzen. So bietet er den Kunden beispielsweise an, ihr Handy gründlich zu reinigen. „Das kann wirklich jeder machen, und es zeigt den Kunden einfach, dass man sich um sie kümmert“, sagt er.
Die Mitarbeiter sind – in Berlin wie in den beiden Shops in Brandenburg – in Kurzarbeit, zudem hat Zisowsky die Berliner Angestellten so eingeteilt, dass sie immer im selben Team arbeiten und sich nicht untereinander anstecken können. Insgesamt geht der Händler davon aus, die Krise ohne die Aufnahme von zusätzlichen Krediten auffangen zu können – auch durch die telefonische Kundenbetreuung. Zusätzlich hat er aber auch „alles runtergefahren, was man so runterfahren kann“, also Mieten, Kredite und andere Punkte. Jeder Händler müsse für sich selbst sehen, wo er Beträge stunden kann und wo sich laufende Kosten einsparen lassen, so Zisowsky. 
Die staatlichen Hilfen sollte man auf jeden Fall in Betracht ziehen, um die Liquidität aufrechterhalten zu können. Letztlich gehe es darum, die schweren Zeiten mit einem blauen Auge zu überstehen, um dann „stärker aus der Krise hervorzugehen“. Das gehe nur über den direkten Kontakt zu den Kunden – egal ob im Shop oder am Telefon oder via Mail. „Wir versuchen, gerade in dieser Zeit ein bisschen mehr für die Kunden da zu sein als andere, und das wird sich am Ende dieser schlimmen Situation sicherlich für uns auszahlen“, so der Berliner Händler.


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