Cisco Partner: Kunden testen KI noch häufig
Nach Einschätzung der deutschen Partner von Cisco hat KI in den vergangenen zwölf Monaten die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Kunden stark beeinflusst: Fast 70 Prozent sprechen von einem großen oder sehr großen Einfluss. Der wirtschaftliche Nutzen bleibt aber häufig aus. Nur 29 Prozent berichten, dass der KI-ROI ihrer Kunden die Erwartungen erfüllt oder übertrifft, bei 46 Prozent liegt er darunter. Das zeigt die Cisco Global Partner AI Study 2026, die zum dritten Mal durchgeführt wurde. Befragt wurden 1.702 Partner in 30 Ländern, darunter 69 aus Deutschland. Die deutschen Ergebnisse beruhen damit auf einer vergleichsweise kleinen Stichprobe und geben die Einschätzung der Partner wieder.
Aus Sicht der Partner sind die Kunden unterschiedlich weit. 28 Prozent verfügen über eine hohe KI-Bereitschaft, weitere 48 Prozent über eine mäßige. 59 Prozent haben erste Anwendungsfälle identifiziert, testen sie aber noch. Erst 28 Prozent der deutschen Unternehmen haben laut Studie fortgeschrittene KI-Technologien in ihrer Infrastruktur implementiert. In den kommenden zwölf Monaten wollen sie vor allem in generative KI (71 Prozent), Agentic AI (57 Prozent) und Datenplattformen (54 Prozent) investieren. 87 Prozent der Partner erwarten, dass KI die Anforderungen an die IT-Infrastruktur ihrer Kunden weiter erhöht.
Für das eigene Geschäft ist KI noch nicht überall der Umsatztreiber. 27 Prozent der deutschen Partner erzielen nach eigenen Angaben bereits über die Hälfte ihres Umsatzes mit KI-Implementierungen, in der Cloud oder on-premises. „Die Partner in Deutschland werden immer stärker ‚AI-Ready‘, aber die KI-Umsätze sind noch zu selten die tragende Säule des Geschäfts“, sagt Detlev Kühne, Managing Director Cisco Partner Sales Germany. Die größte Wachstumschance sehen 49 Prozent der Partner in der Beratung, vor allem bei Auswahl, Integration und sicherem Betrieb von KI-Anwendungen. Cloud-basierte KI-Services und Plattformen sowie individuelle KI-Lösungen nennen jeweils 42 Prozent.
Partner bauen Kompetenzen aus
Dafür stocken die Partner ihr Know-how auf. Ein Viertel stuft die eigenen Mitarbeitenden auf einem höheren Erfahrungslevel oder als Experten ein, 48 Prozent bescheinigen ihnen solide Grundkenntnisse. 42 Prozent haben externe Fachkräfte eingestellt, 36 Prozent ihre Belegschaft weitergebildet und 22 Prozent beides getan. Für Schulungen nutzen 35 Prozent externe Anbieter und 29 Prozent interne Programme.