Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Digital Networks Act: Sechs Verbände machen Druck auf Brüssel

Mit DNA Europe formieren sich sechs europäische Telekommunikations- und Breitbandverbände, darunter ANGA, Breko und VATM. Gemeinsam wollen sie Einfluss auf den geplanten Digital Networks Act nehmen und verhindern, dass der Übergang von Kupfer zu Glasfaser den Wettbewerb schwächt.
Allianz DNA Europe

Sechs europäische Branchenverbände wollen mit der Allianz DNA Europe Einfluss auf die künftigen Regeln für Glasfaserausbau, Kupferabschaltung und Wettbewerb nehmen

© ChatGPT

Der geplante Digital Networks Act (DNA) der Europäischen Union soll die Weichen für die Zukunft der europäischen Telekommunikationsnetze stellen. Doch wie lässt sich die Umstellung von Kupfer auf Glasfaser beschleunigen, ohne bestehende Marktstrukturen zu verfestigen? Mit der neu gegründeten Allianz DNA Europe wollen sechs Branchenverbände ihre Interessen in die europäische Gesetzgebung einbringen.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören die deutschen Verbände ANGA, Breko und VATM sowie die europäischen Organisationen ECTA und Fibre Council Europe und die Swedish Local Fibre Alliance. Gemeinsam vertreten sie insbesondere die Interessen alternativer Netzbetreiber und der Glasfaserbranche.

Klare Regeln für die Kupferabschaltung

Im Mittelpunkt der Initiative stehen zwei Forderungen. Zum einen soll der Digital Networks Act einen verbindlichen und transparenten Fahrplan für die Migration von Kupfer- zu Glasfasernetzen vorgeben. Einheitliche, nachvollziehbare Regeln sollen Netzbetreibern und Investoren langfristige Planungssicherheit bieten.

Zum anderen fordert die Allianz, dass die nationalen Regulierungsbehörden auch künftig über ausreichende Befugnisse verfügen, um Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht zu regulieren. Die Verbände warnen davor, dass eine Lockerung der Wettbewerbsregulierung marktbeherrschende Anbieter begünstigen und alternative Netzbetreiber benachteiligen könnte.

Dabei geht es nicht nur um die Bedingungen für den weiteren Glasfaserausbau, sondern auch um den Zugang zu den Netzen. Aus Sicht der Allianz muss sichergestellt bleiben, dass Endkunden zwischen unterschiedlichen Anbietern und Angeboten wählen können.

Verbände warnen vor einer Stärkung der Marktmacht

„Der Digital Networks Act setzt zu Recht dort an, wo es darauf ankommt: nicht bei der Verfestigung bestehender Marktdominanz, sondern bei Investitionen, Wettbewerb und einem verlässlichen Übergang in das Gigabitzeitalter“, erklärt VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer. Entscheidend seien klare Regeln für die Kupferabschaltung und wirksame Eingriffsmöglichkeiten der nationalen Regulierungsbehörden.

Auch der Breko sieht in verlässlichen Rahmenbedingungen eine Voraussetzung für weitere Investitionen. „Alternative Netzbetreiber leisten einen erheblichen Beitrag zum Glasfaserausbau in Europa“, betont Sven Knapp, Mitglied der Breko-Geschäftsleitung. Damit diese Dynamik erhalten bleibe, brauche es Investitionssicherheit und einen regelbasierten Übergang von Kupfer zu Glasfaser.

ANGA-Geschäftsführer Sascha Brok verweist ebenfalls auf die langfristige Perspektive der Investoren. Ohne klare politische Signale drohe insbesondere den beim Glasfaserausbau zurückliegenden EU-Mitgliedstaaten ein dauerhaftes Defizit.

Einfluss auf die europäische Regulierung

Mit DNA Europe bündeln die sechs Verbände ihre Positionen gegenüber dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Europäischen Kommission. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, den Glasfaserausbau zu beschleunigen, ohne die wettbewerblichen Kontrollmechanismen aufzuweichen.

Damit positioniert sich die Allianz in einer zentralen Auseinandersetzung der europäischen Telekommunikationspolitik: Wie viel Regulierung ist notwendig, um Wettbewerb und Investitionen gleichermaßen zu fördern? Für die beteiligten Verbände steht fest, dass der Übergang zur Glasfaser nicht allein eine technische Frage ist, sondern auch darüber entscheidet, wie offen der europäische Telekommunikationsmarkt künftig bleibt.

Neueste Beiträge

Galerie: Die besten Bilder der night of communicate
Auf der night of communicate wurden diese Systemhaus-Betreiber und Fachhändler ausgezeichnet
1 Minute
leat con 26 geht mit über 11.700 Besuchern zu Ende
Die leat con in Hamburg ist mit einem deutlichen Besucherplus zu Ende gegangen: Mehr als 11.700 Professionals kamen zur Convention für Experience Technology. Für die ITK-Branche bildete die night of communicate den Auftakt, mit 14 Best Practice Awards und der Preisen der Leserwahl.
2 Minuten
Leserwahl: Wer ist der beste Distributor 2026?
Welche Distributoren überzeugen den Fachhandel, und wo sehen Sie Verbesserungsbedarf? Telecom Handel sucht den „Besten Distributor des Jahres“ und bittet Fachhändler, Systemhäuser und Vertriebspartner um ihr Urteil. Unter allen Teilnehmern werden Preise verlost.
2 Minuten
TH-Newsletter-Web-1920x1080.jpg

Die Top-News des Tages direkt aus der Redaktion

mit dem Telecom Handel Newsletter

Das könnte Sie auch interessieren

Gigaset lädt Top-Partner nach Marrakesch - Partner-Incentive
Mit einer Reise nach Marrakesch will Gigaset Professional seine erfolgreichsten Partner für ihren Einsatz im Vertrieb belohnen. Das Incentive soll zugleich den Austausch im B2B-Geschäft fördern und neue Impulse für das kommende Jahr setzen.
2 Minuten
11. Nov 2025
Telekom bringt IoT per Satellit ins Netz - Konnektivität
Die Deutsche Telekom kombiniert erstmals Mobilfunk und Satellit für IoT-Anwendungen. Geräte können künftig weltweit Daten auch ohne terrestrische Netzabdeckung übertragen. Das eröffnet neue Einsatzfelder für Industrie, Logistik und Infrastruktur.
3 Minuten
13. Feb 2026
Second Life statt Schredder: Alt-IT bleibt im Umlauf - Nachhaltigkeit
Der Großteil der Unternehmen sorgt dafür, dass ausrangierte IT-Hardware nicht ungenutzt bleibt. Eine aktuelle Befragung zeigt, welche Wege funktionsfähige Altgeräte heute nehmen.
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige