Spam-Melder von Vodafone gibt mehr als 64 Millionen Warnungen
Vor einem Jahr führte Vodafone in seinem Mobilfunknetz den kostenlosen Spam-Warner ein: Bei verdächtigen Anrufen erscheint eine Warnmeldung auf dem Handybildschirm. Dabei handelt es sich um Rufnummern, die bei Vodafone auf einer Liste potenzieller Spamer erfasst sind. Wenn von einer dieser Nummern ein Anruf auf einem Smartphone eingeht, wird der Text "Vorsicht: Betrug möglich!" auf dem Bildschirm eingeblendet.
Jetzt ziehen die Düsseldorfer Bilanz: In zwölf Monaten wurden 64,5 Millionen Spam-Warnungen ausgespielt. Im Schnitt waren das täglich rund 185.000 Warnmeldungen. Der Tag mit den meisten Warnungen war der 27. Mai 2025 mit 660.000 Alarmen. Mit 7 Millionen Warnmeldungen gab es im Monatsvergleich im Oktober 2025 die meisten Alarme. Besonders aufmerksam sollte man immer in der Mitte der Woche sein: Der Mittwoch ist mit durchschnittlich 273.000 Warnmeldungen der Wochentag mit den meisten Hinweisen. Entspannter ist die Lage an den Wochenenden: samstags waren es im Durchschnitt 44.000 Warnmeldungen, sonntags sogar nur rund 5.000.
Seit Dezember 2025 ist die Zahl der monatlich ausgespielten Warnmeldungen um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Ein Grund dafür könnte in den technischen Maßnahmen liegen, die Netzbetreiber wie Vodafone und Smartphone-Anbieter ergriffen haben, um Spam-Anrufe zu verhindern. Positiv ist auch, dass bei Anrufen mit Warnmeldung auf dem Bildschirm nur noch rund 14 Prozent der Angerufenen das Gespräch annehmen. Zum Vergleich: Bei Anrufen von unbekannten Nummern, bei denen aufgrund der unterdrückten Rufnummer keine Betrugswarnung angezeigt wird, liegt die Annahmequote bei etwa 60 Prozent.
Wird ein Anruf trotz Warnung angenommen, dauert das Gespräch im Durchschnitt nur 40 Sekunden. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch im Vodafone-Mobilfunknetz dauerte im Jahr 2025 im Durchschnitt rund 2 Minuten und 40 Sekunden. Die meisten Anrufe, bei denen der Spam-Warner Alarm schlägt, kommen aus Deutschland (83 Prozent), aus den Niederlanden, aus Österreich und aus Großbritannien. Auffällig sind aber auch Anrufe aus Ländern wie Lesotho oder Zypern – auch wenn deren Anteil gering ist.
"Die digitale Bedrohungslage entwickelt sich weiter. Kriminelle setzen Deepfakes und Künstliche Intelligenz ein, um am Telefon Stimmen nachzuahmen und das Vertrauen ihrer Gesprächspartner zu gewinnen. Telefonbetrug ist dadurch professioneller und schwerer zu erkennen“, sagt Marc Atkins, Leiter der Cyber-Sicherheitszentrale von Vodafone.