Mobiles Breitband 22.06.2015, 08:30 Uhr

Frequenzauktion: Netzbetreiber zahlen 5,1 Milliarden Euro

Die Versteigerung von Frequenzen für mobiles Breitband ist zu Ende - und brachte unterm Strich knapp 5,1 Milliarden Euro ein.
Die Frequenzauktion ist zu Ende
(Quelle: Sergign - Shutterstock )
Nach 16 Auktionstagen und 181 Bieterrunden ist heute (19. Juni) die Versteigerung von Frequenzen für mobiles Breitband zu Ende gegangen. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, seien alle Bieter - Deutsche Telekom, Vodafone sowie Telefónica - erfolgreich gewesen.
Insgesamt brachte die Auktion eine Gesamtsumme in Höhe von knapp 5,1 Milliarden Euro ein - deutlich mehr, als Marktbeobachter ursprünglich erwartet hatten. Dabei investierte Vodafone mit fast 2,1 Milliarden Euro am meisten Geld in die begehrten Frequenzen; die Gebote der Deutschen Telekom beliefen sich auf rund 1,8 Milliarden Euro, Telefónica zahlte knapp 1,2 Milliarden Euro. Über den unerwartet hohen Geldsegen darf sich nun der deutsche Staat freuen.
Ergebnisse der Frequenzauktion
Quelle: Bundesnetzagentur
Im Angebot standen insgesamt 31 Frequenzblöcke in vier Kategorien: 700 und 900 Megahertz sowie 1,5 und 1,8 Gigahertz, wobei während der Auktion insbesondere die 1,8-Gigahertz- sowie die 900-Megahertz-Blocke hart umkämpft waren. Allerdings waren es am Ende die Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich, die die Gebote noch einmal in die Höhe trieben.

Neue Frequenzen für Stadt und Land

Vodafone, das am meisten Geld in die Hand nahm, ersteigerte 2x10 MHz im 700-MHz-Band, 2x10 MHz im 900-MHz-Band und 20 MHz (ungepaart) im 1,5-GHz-Band. Im 1,8-GHz-Bereich konnten sich die Düsseldorfer 2x25 MHz sichern.
Die Deutsche Telekom ersteigerte 2x10 MHz im 700-MHz-Band, 2x15 MHz im 900-MHz-Band sowie 20 MHz im 1,5-GHz-Band. Auch im 1,8-GHz-Bereich schlug der Konzern mit 2x15 MHz zu.
Telefónica wiederum hat sich zwei gepaarte Blöcke im 700-MHz-Bereich, zwei gepaarte Blöcke bei 900 MHz sowie zwei gepaarte Blöcke im 1,8-Gigahertz-Bereich gesichert. Im 1,5-Gigahertz-Bereich kam der Anbieter hingegen nicht zum Zug.
Die jeweiligen Frequenzen wurden von den Netzbetreibern für unterschiedliche Einsatzszenarien erworben: Generell eignet sich das Spektrum bei 700 MHz aus der sogenannten Digitalen Dividende 2 zum Ausbau des LTE-Netzes auf dem Land. Die ersteigerten Blöcke im 1,5 und 1,8-Gigahertz-Bereich dienen hingegen vor allem dem Ausbau von mobilem Breitband in dichter besiedelten Gebieten. Die Blöcke im 900-Megahertz-Bereich stellen wiederum die Qualität des bundesweiten GSM-Netzes für Sprache, SMS und schmalbandige Internetverbindungen sicher.

Bieter zeigen sich zufrieden

Insgesamt zeigten sich alle drei Unternehmen mit der Ausbeute zufrieden: "Wir haben ein werthaltiges Frequenzpaket erworben", so Thorsten Dirks, CEO von Telefónica Deutschland.
Ähnlich äußerte sich Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum, der nach seiner plötzlichen Rücktrittsankündigung in Kürze von Hannes Ametsreiter abgelöst werden soll:  „Wir haben in dieser Auktion ein sehr gutes Ergebnis erzielt und konnten nicht nur die meisten, sondern vor allem sehr wertvolle Frequenzen für uns sichern.
„Wir sind mit dem Ausgang der Auktion zufrieden“, sagte schließlich auch Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG und Chef der Telekom Deutschland GmbH, zum Abschluss der Versteigerung. „Mit den erworbenen Frequenzen werden wir die Digitalisierung Deutschlands weiter vorantreiben. Wir haben eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Telekom auch in Zukunft im Wettbewerb um ihre Position als bester Netzanbieter in Deutschland bestehen kann.“
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