Gericht entscheidet über Fusion von T-Mobile und Sprint

Erste Fusionsgespräche zwischen T-Mobile und Sprint bereits 2014

Für die Telekom könnte der Showdown in New York das letzte Kapitel einer Geschichte werden, die die Bonner schon seit Jahren auf Trab hält. Bereits 2014 wollten T-Mobile und Sprint fusionieren, was schon damals an kartellrechtlichen Bedenken scheiterte. Bei einem weiteren Anlauf konnten sich die Telekom und der Sprint-Mehrheitseigner Softbank nicht auf Preis und Besitzverhältnisse einigen. Der aktuelle Plan steht seit 2018, die Konzerne setzten nach dem Machtwechsel in Washington große Hoffnung in US-Präsident Donald Trump. Dessen Regierung stimmte auch zu, doch die Bundesstaaten stellen sich quer.
Dadurch ist der Fall auch politisch hochbrisant. Dass sich regionale Staatsanwaltschaften gegen kartellrechtliche Entscheidungen auf Bundesebene wenden, ist ausgesprochen ungewöhnlich. In diesem Fall gerät die Telekom nicht nur zwischen die Fronten zwischen Washington und den mit der Trump-Regierung über Kreuz liegenden Küstenstaaten New York und Kalifornien, sondern auch zwischen die verhärteten Parteilinien. Alle klagenden Staatsanwälte gehören den Demokraten an - eine von der republikanischen Regierung erlaubte Fusion zu durchkreuzen, würde einen Sieg bei einer großen Machtprobe bedeuten.

Blockade wäre Erfolg für Verizon und AT&T

Sollte es den Bundesstaaten gelingen, den Zusammenschluss zu blockieren, hätte dies auch weitreichende Auswirkungen hinsichtlich des US-Kartellrechts insgesamt. Unternehmen müssten dann fortan einen ganz neuen Risikofaktor bei Fusionen und Übernahmen einkalkulieren. Ein Urteil gegen den Zusammenschluss wäre ein großer Erfolg für Verizon und AT&T, die den US-Markt bislang als Platzhirsche dominieren. Für T-Mobile US wäre ein Scheitern nach den jahrelangen Bemühungen zwar bitter, doch bedrohlich wäre es laut Analysten nur für den kleineren Fusionspartner Sprint. Das Unternehmen ist hochverschuldet und könnte für das Softbank-Konglomerat nach Flops bei WeWork und Uber zu einem weiteren großen Problemfall werden.
Die geplante Fusion hat enorme Dimensionen. Laut früheren Angaben von T-Mobile und Sprint ergäbe sich bei gemeinsamen rund 127 Millionen Kunden ein kombinierter Jahresumsatz von über 70 Milliarden Dollar. T-Mobile hatte zuletzt einen Börsenwert von 67 Milliarden Dollar, Sprint brachte es auf knapp 23 Milliarden. Die Telekom kalkuliert wegen geringerer Kosten etwa beim Netzausbau mit Einsparungen von mehr als sechs Milliarden Dollar jährlich. Der Zusammenschluss soll über einen Aktientausch ablaufen, die Telekom will mit 42 Prozent den größten Anteil am fusionierten Unternehmen übernehmen. Das Aktienpaket, das Sprint-Aktionäre im Tausch für ihre Anteile bekommen sollen, war bei Ankündigung der Fusion gut 26 Milliarden Dollar wert.
Der Prozess bei Richter Victor Marrero ist auf zwei Wochen angesetzt, doch angesichts der Masse an Zeugen und Beweismaterial käme eine Verlängerung wenig überraschend. Sein Urteil dürfte Marrero nach Ende der Gerichtsverhandlungen erst mit einiger Verzögerung fällen.



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