Telekom wächst dank US-Geschäft und Zukäufen

Nettogewinn unter den Erwartungen

Mit den Werten bei Umsatz und operativem Ergebnis übertraf die Telekom die vom Unternehmen zuvor eingeholten Schätzungen von Analysten leicht. Beim Nettogewinn und dem Barmittelzufluss war das aber nicht der Fall. Unter dem Strich wuchs der Gewinn mit 944 Millionen Euro zwar auf fast das Doppelte, weil vor einem Jahr der Vergleich im Rechtsstreit um das Mautsystem Toll Collect mit rund 600 Millionen Euro belastete.
Allerdings fielen diesmal Sonderkosten von 0,4 Milliarden Euro vor allem für den Stellenabbau und für die US-Fusion an. Die hatte bereits im ersten Quartal zu Buche geschlagen, weil Ausgaben für Rechtsanwälte und den komplexen Genehmigungsprozess anfielen. Die Telekom-Aktie lag vorbörslich auf der Handelsplattform Lang & Schwarz nahezu unverändert.
Im Deutschlandgeschäft und besonders auch im Europasegment machte die Telekom weiter Fortschritte. In Deutschland zogen die Umsätze mit Mobilfunkdienstleistungen um 2,4 Prozent an. Bei Telefonica Deutschland war das Plus mit 1,5 Prozent geringer ausgefallen, bei Vodafone sorgte ein Rückgang im Großhandelsgeschäft mit Partnern gar für ein Minus bei der für Marktanteile wichtigen Kennziffer. Das Europageschäft profitiert bei der Telekom weiter von dem ausgeweiteten Angebot von Produktbündeln im Festnetz und Mobilfunk.
Das Geschäft der schwächelnden Großkundentochter T-Systems blieb im Wesentlichen stabil. Während der Umsatz leicht zurückging, konnten Auftragseingang und operatives Ergebnis leicht zulegen. Sonderkosten für Personal und Abschreibungen sorgten aber dennoch für Verluste. Die Telekom hatte vor einigen Tagen erst angekündigt, den Bereich weiter umzubauen und das Telekommunikationsgeschäft mit Geschäftskunden und Behörden künftig in die Deutschlandsparte zu integrieren. T-Systems wird sich dann stärker auf zukunftsträchtigere Bereiche wie den Betrieb von Cloud-Rechenzentren konzentrieren.



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