Leserwahl 17.08.2020, 07:53 Uhr

Bester Ethno-Anbieter 2020: Im Foto-Finish zum Sieg

Ortel Mobile entscheidet die Leserwahl zum „Besten Ethno-Anbieter des Jahres“ für sich, der Sieger der Vorjahre Lebara sowie Ay Yildiz folgen mit nur kleinem Abstand.
(Quelle: Rawpixel.com-shutterstock)
Beinahe schien es so, als habe Lebara den Titel des „Besten Ethno-Anbieters“ abonniert – der Anbieter konnte zuletzt drei Jahre in Folge die begehrte Auszeichnung für sich gewinnen. Doch 2020 heißt der Sieger Ortel Mobile. Die Tele­fónica-Tochter entschied das Rennen in einem sehr knappen Finish für sich und gewann mit einer Gesamtnote von 2,79. Lebara folgt dicht dahinter mit 2,85, die zweite Telefónica-Marke Ay Yildiz erreichte mit 2,89 den dritten Rang. Abgeschlagen – wie in den Vorjahren – auf dem letzten Platz findet sich Lyca Mobile mit einer Note von 3,31. 
Bei der Auswertung der Leserwahl zum besten Ethno-Anbieter wurden insgesamt zehn Kategorien berücksichtigt, also deutlich weniger als bei der großen Leserwahl zum Mobilfunkanbieter des Jahres. Gestrichen wurden im Ethno-Segment irrelevante Fragen wie etwa zu Cross-Selling-Möglichkeiten oder zu der Integration des Handels in die Multichannel-Strategie. Die zehn abgefragten Kategorien wurden unterschiedlich stark gewichtet, je nachdem, was die Leser von Telecom Handel in der Umfrage als besonders relevant für die Zusammenarbeit mit einem Ethno-Anbieter angegeben hatten.
An erster Stelle steht dabei die Höhe der Abschlussprovision, aber auch das Reklamationsverhalten beziehungsweise die Kulanz bei Problemen mit Kunden sind den Händlern sehr wichtig. Die Unterstützung mit WKZ, Boni und anderen Sonderzahlungen stuften die Leser als ebenso wichtig ein wie einen reibungslosen Freischaltprozess. 51 Prozent gaben an, viel Wert auf den persönlichen Ansprechpartner zu legen, genauso viele Leser sagten, die Kompetenz und Erreichbarkeit der Handelspartner-Hotline sei ein wichtiges Kriterium für sie. 40 Prozent nannten die Höhe der Airtime-Beteiligung, 36 Prozent führten verkaufsfördernde Maßnahmen an, 28 Prozent die Unterstützung beim Endkundenmarketing und 21 Prozent nannten Schulungen. 
Quelle: TH

Hauchdünner Sieg für Ortel Mobile

Bereits im vergangenen Jahr konnte sich Lebara nur knapp vor Ortel behaupten, damals noch mit 5,9 von 10 möglichen Punkten, während Ortel 5,6 erreichte. In der neuen SchulnotenBewertung entschied die Telefónica-Marke in diesem Jahr vier Einzelkategorien für sich und zog so an Lebara vorbei. Den Sieg holte sich Ortel bei der Unterstützung beim Endkundenmarketing, allerdings mit nur 0,04 Punkten vor Lebara. Auch die  Kategorie der Schulungen entschied Ortel für sich. Hier reichte eine Note von 3,11 für den Sieg, die Konkurrenten erhielten hier alle noch schlechtere Bewertungen. Laut den Lesern von Telecom Handel ist die Unterstützung des Handels mit Werbekostenzuschüssen, Boni und anderen Sonderzahlungen bei Ortel am besten, allerdings liegt der Anbieter nur einen Hauch vor Lebara. Ay Yildiz und Lyca wurde hier ein deutlich schlechteres Zeugnis ausgestellt. Einen wichtigen Punkt holte Ortel bei der Frage nach dem persönlichen Ansprechpartner. Die Note von 2,43 bedeutete hier den ersten Platz im Teilnehmerfeld. 
Lebara sicherte sich drei Kategoriesiege. Mit der Note 2,80 bewerteten die Leser die verkaufsfördernden Maßnahmen bei Lebara, und auch bei der Höhe der Airtime-Beteiligung führt laut der Umfrage kein Weg an dem Anbieter vorbei. An den Freischaltsystemen und -prozessen gibt es bei keinem Anbieter wirklich etwas zu bemängeln, auch hier liegt Lebara in Front. 
Ortel Mobile konnte vier Kategorien für sich entscheiden und erzielte so einen ­hauchdünnen Sieg vor Lebara und Ay Yildiz. Lyca Mobile konnte hingegen wie in den Vorjahren keine einzige Disziplin für sich entscheiden
Quelle: TH

Ay Yildiz punktet mit der Abschlussprovision

Telefónica Deutschland geht jedes Jahr mit zwei Teilnehmern ins Rennen um den Titel, neben der eher universell aufgestellten Ortel Mobile kämpft auch der auf die türkische Zielgruppe spezialisierte Anbieter Ay Yildiz um die Gunst der Händler. In diesem Jahr holte sich die Marke erneut den dritten Platz in der Gesamtwertung und entschied drei Kategorien für sich. Mit einer Note von 2,40 und sehr großem Vorsprung – auch auf die Schwester ­Ortel – gewann Ay Yildiz die Wertung im Bereich der Abschlussprovision bei Neuverträgen. Vor wenigen Jahren noch undenkbar: der Sieg bei der Handelspartner-Hotline geht 2020 ebenfalls an den Türkei-Spezialisten. Und auch in der Einzelwertung zur Kulanz und Reklamationsbearbeitung erhielt Ay Yildiz die besten Noten.
Keinen Fuß auf den Boden bekommt dagegen Lyca Mobile bei den Lesern von Telecom Handel. Die Marke konnte wie schon in den Jahren zuvor keinen einzigen Sieg erzielen und schaffte es nur bei der Handelspartner-Hotline, mit 2,77 eine Zwei vor dem Komma zu erreichen. In ­einigen anderen Kategorien fiel die Bewertung um mehr als eine halbe Note schlechter aus als bei den Mitbewerbern, etwa bei der Airtime oder der Kulanz. Ganz düster sieht es bei der Frage nach dem persönlichen Ansprechpartner aus, hier liegt zwischen dem Sieger Ortel Mobile und Lyca eine ganze Note. 

Ausgedünntes Teilnehmerfeld

Im Vergleich zu 2019 hat sich das Teilnehmerfeld der Leserwahl ausgedünnt, denn Turkcell hatte am 10. März 2020 bekannt gegeben, dass die Partnerschaft zwischen Turkcell Europe und der Telekom Deutschland Multibrand GmbH zum 30. April 2020 gemäß der jeweiligen Vereinbarung enden werde. Bestandskunden können seitdem nach wie vor ihre Tarife nutzen, eine aktive Vermarktung findet indes nicht mehr statt. Die deutsch-türkische Mobilfunkmarke Turkcell Europe war zuvor viele Jahre unter eigenem Namen in Deutschland aktiv, zum 15. Januar 2018 erfolgte ein Rebranding in Lifecell.  „Unsere Zusammenarbeit mit Turkcell war in den letzten drei Jahren extrem erfolgreich. Deshalb werden wir neben den in Deutschland lebenden Türken zukünftig auch andere Kunden ansprechen“, hatte Philipp Mertens, Geschäftsführer der Telekom Deutschland Multibrand GmbH, damals erklärt. Ganz so erfolgreich war die weitere Kooperation dann offenbar doch nicht, und so zog sich Turkcell vom hart umkämpften deutschen Markt zurück.



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