Regulierer 21.03.2014, 15:40 Uhr

Call-by-Call und Preselection sollen bleiben

Trotz der weitreichenden Verbreitung von Flatrate-Tarifen möchte die Bundesnetzagentur die Telekom weiterhin verpflichten, Call-by-Call sowie Preselection zur Verfügung stellen zu müssen.
Call-by-Call und Preselection sollen weiterhin angeboten werden
Call-by-Call und Preselection sollen weiterhin angeboten werden
(Quelle: Picture-Factory - Fotolia.com)
Auch zukünftig soll es nach dem Willen des Regulierers in Deutschland Call-by-Call sowie Preselection geben. So sieht es zumindest ein Entscheidungsentwurf vor, den die Bundesnetzagentur (BNetzA) heute veröffentlicht hat. So erkennt die Behörde auf dem Markt für Festnetz-Endkundenanschlüsse immer noch eine "beträchtliche Marktmacht" der Deutschen Telekom. "Trotz verbreiteter Flatrate- und Bündelangebote stellen Call-by-Call und Preselection für bestimmte Kundengruppen immer noch eine wichtige Option dar. Die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher und die tatsächliche Nachfrage rechtfertigen es daher nicht, diese Wahlmöglichkeiten schon jetzt aufzugeben", sagt der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.
Der VATM begrüßt die Planungen des Regulierers und spricht von einer "richtigen und wichtigen Entscheidungsgrundlage", da täglich immer noch 25 Millionen Minuten über Call-by-Call oder Preselection telefoniert werde. Vor allem die ältere Generation nutze Call-by-Call besonders intensiv. "Darüber hinaus sind es aber auch Geschäftskunden, wie Unternehmen mit Filialstrukturen, die von Preselection erheblich profieren", so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.
Grützner sieht in der Entscheidung der auch ein wichtiges Signal an Brüssel, da die EU-Kommission derzeit plant, die für Call-by-Call und Preselection definierten Märkte zukünftig in ganz Europa komplett aus der Regulierung zu entlassen. "Das würde den Interessen der Verbraucher diametral entgegen laufen", so der VATM-Geschäftsführer.
Künftig nicht mehr reguliert werden sollen nach Ansicht der Regulierungsbehörde Telefonanschlüsse von Großkunden mit einem Jahresumsatz von mehr als einer halben Million Euro. In diesem Segment konnte keine beträchtliche Marktmacht der Telekom mehr festgestellt werden, so Homann.



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