Elektronikhändler 17.07.2020, 09:09 Uhr

Ceconomy: Neue Hoffnungen dank erfolgreichem Online-Geschäft

Im Mai lagen die Umsätze des Elektronikhändlers Ceconomy mit 1,55 Milliarden Euro schon wieder um drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Wesentlichen Anteil an der jüngsten Erholung der Erlöse hatte der Erfolg des Online-Geschäfts.
(Quelle: Armin Weigel/dpa)
Der Elektronikhändler Ceconomy hat mit seinen Ketten Media Markt und Saturn nach dem Ende der coronabedingten Ladenschließungen schnell wieder Tritt gefasst. Im Mai lagen die Umsätze des Handelsriesen mit 1,55 Milliarden Euro schon wieder um drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Juni übertrafen die Verkaufszahlen mit 1,75 Milliarden Euro den Vorjahreswert sogar um 12 Prozent, wie das Unternehmen gestützt auf vorläufige und ungeprüfte Zahlen berichtete.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Ceconomy-Aktie lag am Nachmittag mit 7,12 Prozent im Plus und war damit Spitzenreiter im Kleinwerte-Index SDax. Damit ist das Papier aber immer noch rund ein Drittel weniger wert als noch zum Jahreswechsel.

Erfolg des Online-Geschäfts

Wesentlichen Anteil an der jüngsten Erholung der Erlöse hatte der Erfolg des Online-Geschäfts, das im dritten Geschäftsquartal (April bis Juni) um rund 145 Prozent wuchs und mittlerweile mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes liefert.
"Die Pandemie hat definitiv als Beschleuniger für unser Online-Geschäft gewirkt", sagte Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann. Dies werde auch Auswirkungen auf die Zukunftsstrategie des Konzerns haben. "Die Märkte werden weiterhin eine wichtige Rolle in unserer Omni-Channel-Strategie spielen, aber wir müssen und werden uns an das veränderte Kundenverhalten anpassen", kündigte Düttmann an.

Veränderte Kundenbedürfnisse

Deutlich verändert hat die Pandemie nach seinen Worten in den vergangenen Monaten auch die Kundenbedürfnisse. Vor allem die Nachfrage nach Computern, Unterhaltungs-Hardware und Fernsehgeräten stieg deutlich, dagegen sank der Umsatzanteil von Mobil- und Haushaltsgeräten.

Trotz der rasch wieder aufgeflammten Kauflust der Verbraucher hinterließ die Corona-Krise aber tiefe Spuren in den Quartalszahlen des Elektronikhändlers. Der Umsatz von Ceconomy lag zwischen April und Juni mit 4,1 Milliarden Euro um zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang sei ausschließlich auf die mit Covid-19 zusammenhängenden Marktschließungen im April zurückzuführen, betonte das Unternehmen.
Im April waren insgesamt 881 der 1.025 Märkte des Konzerns in Europa geschlossen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) erreichte dagegen im dritten Geschäftsquartal Ceconomy zufolge auch dank der nach Ausbruch der Krise eingeleiteten Kostensenkungen das Vorjahresniveau.

Auch im Juli habe sich der positive Umsatztrend bislang fortgesetzt, berichtete Ceconomy. Allerdings rechnet das Unternehmen wegen des möglichen Auslaufens von Nachholeffekten und der Rezessionsgefahr damit, dass sich die Umsatzdynamik im laufenden Quartal abschwächt. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet der Konzern deshalb einen leichten Rückgang beim währungsbereinigten Umsatz.


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