Casio Pro Trek WSD-F30: Outdoor-Smartwatch im Test

Gute Bedienbarkeit - umständliche Karten-Anwendung

(Quelle: Casio)
Bei der Bedienung hat sich nicht viel geändert, Basis ist nach wie vor Wear OS von Google. Dank schnellem Prozessor navigiert man rasch durch die einzelnen Menüs, diese sind meist logisch aufgebaut und geben keine Rätsel auf. Unpraktisch ist aber nach wie vor die Nutzung der Offline-Karten, von denen man nun bis zu fünf auf die Uhr laden kann. Allerdings ist der Download sehr umständlich gelöst und alles andere als intuitiv. Das beginnt bei der Auswahl des gewünschten Kartenausschnitts und reicht bis zu den immer wieder abbrechenden Datenverbindungen. Wir haben dieses Prozedere in vier verschiedenen WLANs durchgeführt, die Probleme traten allerdings immer wieder auf. 
Im Test konnten wir die App von View Ranger ausprobieren, eine gute Anwendung mit sehr detaillierten Outdoor-Karten. Gut gefallen hat uns hier die Möglichkeit, Routen inklusive Anweisungen auf die Uhr zu laden oder auch selbst Touren zu erstellen und mit der Community zu teilen. Die vorinstallierten Apps von Casio sind sehr gut, allerdings gängelt beispielsweise der Moment Setter den Nutzer mit vielen Abfragen, die sich nicht deaktivieren lassen. Manchmal möchte man einfach eine Wanderung unternehmen, ohne vorher die geplanten Pausen angeben zu müssen. Insgesamt hätten wir uns eine begleitende App gewünscht, in der man Einstellungen der Uhr und von Apps einfacher und umfangreicher vornehmen könnte. Leider gibt es lediglich die für den Kunden weitgehend funktionslose Wear OS App. 
Verzichten muss der Käufer leider auch auf NFC und auf einen Pulssensor, Casio begründet das unter anderem damit, dass die Uhr weniger für Läufer gedacht sei als vielmehr für Outdoor-Fans, und diese benötigen dieses Feature nicht unbedingt. Wer unbedingt seinen Puls messen will, kann einen Brustgurt anschließen, die Uhr unterstützt dieses Zubehör. Die verbauten Sensoren sind von hoher Qualität, lediglich bei der ersten Benutzung ließ sich der Höhenmesser etwas durcheinanderbringen. Im kombinierten Modus sollte die durch das Barometer ermittelte Höhe mit den Daten von GPS, Glonass oder dem japanischen Dienst  Michibiki abgleichen und so Schwankungen im Luftdruck ausgleichen. Erst nach einem Neustart funktionierte dieses Feature, ab dann zeigte die Uhr aber bei verschiedenen Bergtouren stets einen sehr exakten Wert für die Höhe an. Auch das Barometer arbeitet präzise und reagiert sehr gut auf Veränderungen – gerade im alpinen Bereich ein wichtiges Feature.
Am Ende hat die neue Casio WSD-F30 einen guten Eindruck hinterlassen. Der Hersteller hat sich des Themas Akkulaufzeit angenommen und zudem mehr Informationen auf das LCD gepackt als beim Vorgänger. Der fehlende Pulssensor ist verzeihlich, die hakelige Kartenanwendung allerdings nicht. Wer eine robuste Smartwatch für den Outdoor-Einsatz sucht, ist mit der Casio trotz des relativ hohen Preises gut bedient.   



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