Verärgerte Händler: Bei Telefónica ist Sand im Getriebe

Auch positive Kritik

Doch es gibt auch Handelspartner, die Telefónica den Rücken stärken: „Es wäre gelogen, wenn man sagen würde, dass alles funktioniert. Aber wer sich noch an die letzten zwei Jahre in der grünen Welt zurückerinnert: Die waren schon auch sehr schwierig, etwa bei der Warenversorgung. Nur haben das viele schon wieder vergessen“, gibt Hassan Hamdaoui von Callnet zu bedenken. „Mir ist es daher wichtig, dass es jetzt neue Ansätze und auch eine gute Perspektive gibt. Wir brauchen Geduld, denn es wird eine Weile dauern, bis das läuft. Manche tun sich einfach schwer damit, dass es die von Base vertrauten Prozesse nicht mehr gibt, dass das jetzt eine ganz neue Welt ist“, sagt Hamdaoui.
So reagiert der Shop-Betreiber, anders als viele Kollegen, auch mit Verständnis auf die häufigen Mitarbeiterwechsel bei Telefónica. „Wer von E-Plus kam, war eine Schnelligkeit und Flexibilität gewohnt, mit der man bei Telefónica schnell an seine Grenzen stößt“, so Hamdaoui.
Andere Händler ärgern sich eher über die Folgen: „Die Area Sales Manager werden ja zum Teil im 6-Wochen-Rhythmus ersetzt. So mancher kommt mit dem ­aktuellen Kurs des Unternehmens einfach nicht klar.“ Ähnlich sieht es in der Führungsebene aus: Nachdem Andreas Schulz vor einigen Monaten den Netzbetreiber verließ, leitet nun Dirk Borowsky den Partnershop-Vertrieb – während der Fachhandel von „Large Retail“-Chef Kai Zalisz mitbetreut wird. Und auch die Regionen wurden neu strukturiert und deren Anzahl verringert.
Es ist also viel im Fluss, was Telefónica angeht. Und es gibt, zumindest von Seiten der Shop-Betreiber, ein Ziel: „Wir wollen, dass man uns wieder als Partner und nicht einfach nur als Händler ansieht. So wie das in der blauen Welt früher immer gewesen ist.“



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