Smartphone-Flaggschiffe
16.03.2016, 15:33 Uhr

Lektion verstanden: Das Samsung Galaxy S7 und S7 edge im Test

Die neuen Samsung-Smartphones Galaxy S7 und S7 edge merzen einige Defizite der Vorgängermodelle aus. Ob das für Bestnoten reicht, verrät unser Test.
Manchmal sind neue Wege auch Sackgassen: Das musste Samsung beim Galaxy S6 lernen, das einige Kritik für den Verzicht auf den Speicherkarten-Slot und den mangelnden Schutz des Gehäuses kassierte. Doch die Koreaner haben dazugelernt und wollen beim Nachfolger alles besser machen. Wir haben das Galaxy S7 und seinen bis auf das Display und den Akku weitgehend baugleichen Bruder S7 edge unter die Lupe genommen.

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Samsung hat auf dem Mobile World Congress wie erwartet seine neuen Flaggschiffe Galaxy S7 und S7 Edge präsentiert. Zu den Neuerungen zählen ein wasserdichtes Gehäuse, ein MicroSD-Slot sowie zusätzliche Edge-Funktionen.

Gelobt wurde an den Vorgängern die hochwertige Anmutung und die bietet auch das S7. Mit seiner Rückseite aus gehärtetem Glas und dem Metallrahmen wirkt es sehr edel, zieht allerdings auch Fingerabdrücke magisch an. Die Verarbeitung und die Materialien sind ansonsten erstklassig.
Die Kamera ragt jetzt nicht mehr so störend aus der Rückseite heraus wie früher, allerdings ist das ganze Gerät etwas dicker. Gemäß der Norm IP68 ist das Smartphone 30 Minuten in 1,5 Metern Tiefe wasserdicht, es sollte jedoch trotzdem pfleglich behandelt werden, denn es ist kein robustes Outdoor-Gerät.
Der Hauptunterschied zwischen den beiden S7-Modellen ist das Display, das beim edge über die Seiten des Gehäuses hinaus abgerundet ist. Außerdem hat es 5,5 statt 5,1 Zoll Diagonale, was beim Surfen und Multimedia positiv auffällt, zumal das Gewicht und die Abmessungen des edge sehr ähnlich sind. Was die Helligkeit, die Farben und die Auflösung beider Super-Amoled-Displays betrifft, gehören sie wieder zum Besten, was aktuell verfügbar ist. Außerdem haben sie jetzt eine Always-On-Funktion, die dauerhaft Uhrzeit und Datum sowie den Akkustand und eingehende Nachrichten zeigt. Einen erhöhten Stromverbrauch konnten wir dadurch im Test kaum feststellen.
Als Prozessor baut Samsung seinen eigenen Exynos 8890 ein, der vier Kerne mit 2,3 und vier mit 1,6 GHz hat. In Kombination mit üppigen 4 GB Arbeitsspeicher gibt es im alltäglichen Einsatz praktisch keine Verzögerungen. Im Antutu-Benchmark kommt das S7 auf knapp 130.000 und ist damit das schnellste Android-Gerät – lediglich das iPhone 6s liegt auf einem ähnlichen Niveau. Zu warm wird das S7 dank eines ausgeklügelten Kühlsystems übrigens nicht.

Alles drin, alles dran

Die Hauptkamera hat auf dem Papier zwar mit 12 statt 16 Megapixeln eine geringere Auflösung als beim S6, doch der bessere Sensor und die größere Blende mit f/1.7 bringen in der Realität tatsächlich schönere Bilder. Vor allem bei schwachem Außenlicht wirkt alles deutlich heller und schärfer. Zudem arbeitet der Autofokus extrem schnell. Die 5-Megapixel-Frontcam reicht für ordentliche Selfies aus. Bei Videoaufnahmen bietet die rückwärtige Kamera ebenfalls eine sehr hohe Qualität.
Die Ausstattung ist komplett. Die 32 GB Datenspeicher, von denen der Anwender noch knapp 23 nutzen kann, sind endlich wieder durch MicroSD-Karten erweiterbar. Auf einen neuen USB-Type-C-Stecker hat Samsung aber verzichtet, um Zubehör wie die Gear VR weiter ansteuern zu können. Auch den Fingerabdrucksensor im Home-Button gibt es wieder, allerdings verzichtet Samsung auf den Infrarot-Sender zur Bedienung von UE-Geräten. 
Mit 3.000 und 3.600 mAh sind die – leider fest eingebauten – Akkus beider Modelle üppig dimensioniert und halten knapp zwei Tage im normalen Betrieb durch, wobei das edge noch einen etwas längeren Atem hat. Beide Kraftspender lassen sich mit dem mitgelieferten Schnellladegerät in 80 bis 90 Minuten wieder komplett auffüllen.




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