Die TK-Branche vor 10 Jahren 28.01.2013, 13:38 Uhr

Xelibri - Albtraum mit Ansage

Was bewegte vor 10 Jahren die TK-Branche? In regelmäßigen Abständen lässt Telecom Handel die größten Highlights und Aufreger noch einmal Revue passieren. Heute: "Xelibri - Albtraum mit Ansage"
In der Mobilfunkgeschichte gab es immer mal wieder Vorhaben, die bei nüchterner Betrachtung irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn angesiedelt waren. Eher Letzterer trieb offenbar die Siemens-Manager Anfang 2003, die neue Handy-Marke „Xelibri“ ins Leben zu rufen. Mit den völlig anders gestylten Telefonen, die in zwei jährlichen Kollektionen erscheinen sollten, wollte man modebewussten Kunden Lust auf „Zweit- und Dritt-Telefone“ machen.
Wer das für eine ganz gute Idee hielt, hatte die Handys noch nicht gesehen: Die ersten vier Modelle waren optisch zwischen Pillendosen und Faustkeilen positioniert und man konnte meist noch nicht mal richtig telefonieren oder SMS schreiben, da jegliche Bedienbarkeit außen vor gelassen wurde. Dazu kam noch eine Werbekampagne, die zwar irgendwie hip aussah, aber leider nicht erkennen ließ, was da beworben wurde. Und dann ein Vertriebskonzept, das den Verkauf über Kaufhäuser und Modegeschäfte in den Mittelpunkt stellte.
Da wollte offenbar niemand Handys haben, denn nach zwei Kollektionen stampfte der Siemens-Vorstand Xelibri wieder ein – die letzten Geräte wurden wenig hip auf Wühltischen von Lebensmittel-Discountern verramscht. Den Verlust verbuchte der Siemens-Vorstand offenbar im großen Topf von Siemens Mobile, der einige Jahre später überkochen sollte ...



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