Neue Runde, alte Forderungen 17.04.2019, 14:15 Uhr

Tarifgespräche im Einzelhandel haben begonnen

Beschäftigte im Einzelhandel hoffen auf positive Ergebnisse einer neuen Tarifrunde. Grundsätzlich geht es der Branche nicht schlecht - vor allem dank des Online-Handels, von dem auch immer mehr Ladengeschäfte profitieren, die ihre Waren im Internet anbieten.
Vom Boom des Online-Handel profitieren auch mehr und mehr Ladengeschäfte.
(Quelle: shutterstock.com/William Potter)
Berufe im Einzelhandel gehören nicht gerade zu den gut bezahlten Jobs. Um die 2.000 Euro im Durchschnitt verdienen Verkäuferinnen und Verkäufer laut der Hans-Böckler-Stiftung bei einer vertraglichen Arbeitszeit von 38 Stunden pro Woche.
Dabei eingerechnet sind auch die Beschäftigten, deren Firma sich überhaupt nicht an einen Tarifvertrag hält. Das werden laut Gewerkschaft Verdi immer mehr - ein zentrales Thema in der Tarifrunde für die Beschäftigen im Einzelhandel, die am Mittwoch in Baden-Württemberg und am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen beginnt.

Worum geht es in der Tarifrunde?

Eigentlich drehen sich die Verhandlungen nur ums Geld. Im Raum steht eine alte Forderung: 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber einen Euro mehr pro Stunde sollen die Beschäftigten nach dem Wunsch der Arbeitnehmervertreter in vielen Bundesländern erhalten.
Das klingt wenig, entspricht aber in der niedrigsten Lohngruppe einer Steigerung von mehr als neun Prozent. Weil das hochgerechnet auf eine Vollzeitstelle immer noch recht wenig ist, fordert Verdi in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern ein tarifliches Mindesteinkommen von 2.100 Euro - gut 400 Euro mehr als bislang.

Verdienen alle Beschäftigten im Einzelhandel so wenig?

Nein. Laut Bernhard Franke, Verdi-Verhandlungsführer in Baden-Württemberg, bewegen sich mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in der zweiten Tarifstufe und leben damit - sofern sie Vollzeit arbeiten - von einem Gehalt von bis zu 2.579 Euro pro Monat.
Doch genau hier liegt die Krux: Laut Verdi arbeiten nur etwa 37 Prozent der bundesweit 3,1 Millionen Beschäftigten im Einzelhandel in Vollzeit. Eben so viele haben Teilzeitjobs und rund ein Viertel sind geringfügig beschäftigt oder haben nur einen Nebenjob.



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