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Lesedauer 3 Min.

1&1 setzt alles auf das eigene Netz

Sinkende Ergebnisse, steigende Kosten und hohe Investitionen prägen die Zahlen für 2025. Der Konzern bleibt dennoch auf Kurs und setzt weiter auf den Ausbau des eigenen Mobilfunknetzes als zentrale Zukunftswette.
5G-Mobilfunkantenne bei 1&1

5G-Antenne von 1&1: Der Netzausbau ist zentraler Bestandteil der Strategie des Unternehmens

© 1&1

1&1 befindet sich weiter mitten im Umbau vom Service-Provider zum Netzbetreiber. Die aktuellen Geschäftszahlen für 2025 zeigen die Belastungen dieser Transformation deutlich: Das EBITDA sinkt um neun Prozent, das EBIT geht noch stärker zurück.

Während die Zahl der Mobilfunkkunden leicht steigt, verliert das Unternehmen im Breitbandgeschäft weiter an Substanz. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem steigende Kosten im National Roaming sowie der Wechsel des Netzpartners. Hinzu kommen die hohen Investitionen in den Aufbau des eigenen Mobilfunknetzes, die kurzfristig auf die Profitabilität drücken.

Ausbau bringt Fortschritt, aber noch keine Entlastung

Operativ kommt 1&1 beim Netzausbau voran. Ende 2025 erreichte das Unternehmen eine Abdeckung von 25 Prozent der deutschen Haushalte und erfüllte damit eine zentrale Auflage aus der Frequenzauktion. Auch die Migration der Bestandskunden auf das eigene Netz ist abgeschlossen.

Wirtschaftlich zeigt sich dieser Fortschritt bislang jedoch kaum. Das Mobilfunknetzsegment bleibt defizitär, während gleichzeitig die Abhängigkeit von Vorleistungen – etwa über National Roaming mit Vodafone – weiterhin hoch ist. Der Netzausbau reduziert diese Abhängigkeit erst schrittweise.

Wette auf Infrastruktur und Unabhängigkeit

Strategisch verfolgt 1&1 eine klare Linie: mehr Kontrolle über die eigene Infrastruktur. Dazu gehört neben dem Mobilfunknetz auch die Übernahme von 1&1 Versatel, die Zugang zu einem bundesweiten Glasfasernetz mit 67.000 Kilometern verschafft.

Die Logik dahinter ist eindeutig: Weniger Abhängigkeit von Vorleistern soll langfristig die Kostenbasis stabilisieren und die Margen verbessern. Kurzfristig kehrt sich dieser Effekt jedoch um: Der Ausbau verursacht zusätzliche Belastungen, bevor Skaleneffekte greifen.

Ergebnis soll ab 2026 deutlich steigen

Für 2026 stellt das Unternehmen ein deutlich höheres EBITDA von rund 800 Millionen Euro in Aussicht. In den Folgejahren soll das operative Ergebnis jährlich um etwa 100 Millionen Euro wachsen.

Damit macht 1&1 klar, dass 2025 als Übergangsjahr gesehen wird. Ob die Rechnung aufgeht, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Netzausbau voranschreitet und wie stark sich die Abhängigkeit von Vorleistungen tatsächlich reduzieren lässt.

Die Zahlen zeigen damit vor allem eines: 1&1 bleibt bei seiner Strategie, auch wenn sie kurzfristig auf Kosten von Ergebnis und Stabilität geht.

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