Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Neue Glasfaserkooperation befeuert Open-Access-Debatte

Die Telekom kooperiert mit e.discom und Wemacom in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Für Branchenverbände ist das mehr als eine regionale Vereinbarung.
Unterzeichnung auf der Digitalmesse Nørd

Die Vertragspartner bei der Unterzeichnung auf der Digitalmesse Nørd in Rostock (v.l.n.r.): Thilo Höllen, Leiter Breitbandkooperationen Telekom; Christian Pegel, Minister für Inneres und Bau in Mecklenburg-Vorpommern; Gerhard Roth und Detlef Katzschmann, beide Geschäftsführer e.discom Telekommunikation; Thomas Murche, technischer Vorstand der Wemag-Gruppe; Marco Anschütz, CIO Mecklenburg-Vorpommern; Rodrigo Diehl, Chef Telekom Deutschland

© Telekom Deutschland

Die Deutsche Telekom hat auf der Digitalmesse Nørd in Rostock zwei neue Glasfaserkooperationen bekanntgegeben. Mit e.discom Telekommunikation und Wemacom, einer Tochter der Wemag AG, schließt die Telekom langfristige Open-Access-Vereinbarungen auf staatlich geförderten Glasfasernetzen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Rund 220.000 Haushalte und Unternehmensstandorte in etwa 400 Kommunen profitieren davon. Im Ausbaugebiet der e.discom können Kunden Telekom-Glasfasertarife bereits ab sofort buchen, im Wemacom-Netz voraussichtlich ab Ende 2026. Zusammen mit bestehenden Partnerschaften erreicht die Telekom damit nach eigenen Angaben über eine Million Haushalte und Unternehmensstandorte in beiden Bundesländern. „Jeden dritten Glasfaseranschluss bauen wir mit Partnern“, sagte Rodrigo Diehl, Chef der Telekom Deutschland, bei der Bekanntgabe.

Bitstrom statt Eigenausbau

Die technische Grundlage der Kooperationen ist das Bitstrom-Modell: Die Telekom kauft Vorleistungen bei den regionalen Netzbetreibern ein, statt selbst parallel zu bauen oder Fasern anzumieten. Für die Netzbetreiber hat das handfeste Vorteile. „Open Access ist uns in vielerlei Hinsicht ein wichtiges Anliegen. Es ist effizient, ökologisch wie ökonomisch sinnvoll und entlastet Kommunen auf lange Zeit von zusätzlichen Baustellen und Kosten“, erklären Gerhard Roth und Detlef Katzschmann, Geschäftsführer der e.discom. Thomas Murche, technischer Vorstand der Wemag-Gruppe, ergänzt: „Dass mit der Telekom ein weiterer Anbieter auf das Netz der Wemacom kommt, zeigt: Die entstandene Glasfaser-Infrastruktur ist leistungsfähig und zukunftssicher.“ Für Kunden bedeutet das mehr Anbieterauswahl, ein Argument, das auch Christian Pegel, Minister für Inneres und Bau in Mecklenburg-Vorpommern, hervorhebt: „Wo Unternehmen, Kommunen und Infrastruktur gemeinsam Verantwortung übernehmen, können die gefördert ausgebauten Glasfasernetze effizient genutzt werden.“

Aus Sicht des Breko ist das Bitstrom-Modell dabei der entscheidende Unterschied zum bisher von der Telekom bevorzugten Fasermietmodell. „Bitstrom ermöglicht eine ausgewogenere Verteilung von Wertschöpfung und Investitionsrisiko zwischen Netzbetreiber und Diensteanbieter“, sagt Sven Knapp, Mitglied der Geschäftsleitung beim Bundesverband Breitbandkommunikation. Die Netzbetreiber könnten ihre Infrastruktur besser auslasten, die Telekom erreiche zusätzliche Haushalte ohne Doppelinvestitionen und Kunden erhielten echte Tarifauswahl.

Signal mit Signalwirkung

Für die Wettbewerber ist die Kooperation mehr als eine regionale Vereinbarung, sie ist ein Präzedenzfall. Frederic Ufer, Geschäftsführer des VATM, sieht darin den Beweis, dass Open Access funktioniert, wenn die Telekom es will: „Die heutige Vereinbarung zeigt: Es geht, wenn die Telekom will.“ Gleichzeitig mahnt er zur Konsequenz. Die jüngste VATM-Marktstudie habe erneut gezeigt, dass die Telekom Open Access andernorts nach wie vor verweigere, und das teils mit fadenscheinigen Begründungen, wie Ufer formuliert. Auch der Breko macht Druck: Statt volkswirtschaftlich unsinnigen Doppelausbau zu betreiben, solle die Telekom ihre Tarife bundesweit über die aktiven Glasfasernetze der Wettbewerber vermarkten. „Die Wettbewerber stehen dafür bereit“, so Knapp.

Für den TK-Channel ist die Entwicklung relevant: Mehr Open Access bedeutet mehr Wettbewerb, mehr Tarifvielfalt und damit mehr Vermarktungsspielraum für Fachhändler und Systemhäuser – gerade in ländlichen Regionen, die bislang oft nur einen Anbieter hatten. Ob aus dem Nordosten ein bundesweites Modell wird, bleibt abzuwarten. Die Verbände machen jedenfalls Druck.

Neueste Beiträge

Best Practice Awards 2026: Das sind die 14 Gewinner
Telecom Handel hat bei der night of communicate in Hamburg 14 Unternehmen mit den Best Practice Awards ausgezeichnet. Die Projekte reichen von KI-Agenten und Voicebots über Cloud-Konnektivität bis zum Alleinarbeiterschutz in der Pflege.
4 Minuten
leat con 26 geht mit über 11.700 Besuchern zu Ende
Die leat con in Hamburg ist mit einem deutlichen Besucherplus zu Ende gegangen: Mehr als 11.700 Professionals kamen zur Convention für Experience Technology. Für die ITK-Branche bildete die night of communicate den Auftakt, mit 14 Best Practice Awards und der Preisen der Leserwahl.
2 Minuten
Galerie: Die besten Bilder der night of communicate
Auf der night of communicate wurden diese Systemhaus-Betreiber und Fachhändler ausgezeichnet
1 Minute
TH-Newsletter-Web-1920x1080.jpg

Die Top-News des Tages direkt aus der Redaktion

mit dem Telecom Handel Newsletter

Das könnte Sie auch interessieren

Das sind die Smartphone-Bestseller des zweiten Quartals
Counterpoint Research hat wieder Liste der zehn weltweit am häufigsten verkaufen Smartphones veröffentlicht. Darunter finden sich jeweils fünf Modelle von Apple und fünf von Samsung, die Konkurrenten gehen leer aus.
2 Minuten
27. Aug 2026
Das sind die Smartphone-Bestseller des ersten Quartals
Fünfmal Samsung, viermal Apple und einmal Xiaomi: Die Marktforscher von Counterpoint Research haben die weltweit im ersten Quartal des Jahres am häufigsten verkauften Smartphones ermittelt.
2 Minuten
7. Mai 2026
Michael Kieninger wechselt von O2 zu 1&1
Der bisherige Geschäftsführer der Telefónica Germany Retail GmbH heuert bei 1&1 an und reiht sich damit in eine Serie von Wechseln mit Telefónica-Vergangenheit ein.
3 Minuten
27. Sep 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige