Smartphones: Absatz sinkt weltweit um 22 Prozent
Der weltweite Smartphone-Absatz ist im dritten Quartal 2026 um 22,0 Prozent gesunken: Die Hersteller lieferten 255,3 Millionen Geräte, nach 327,3 Millionen im Vorjahresquartal. Das ist laut dem Marktforscher IDC der bislang größte Rückgang in einem Quartal. Die Zahlen sind vorläufig und stammen aus dem Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker. Gezählt werden die von den Herstellern gelieferten Geräte, nicht die Verkäufe an Endkunden.
Als Ursache nennt IDC die von KI getriebene Speicherkrise. Speicherchips seien seit dem Vorjahr um rund 350 Prozent teurer geworden und verteuerten sich weiter, wenn auch langsamer: Im dritten Quartal lag der Anstieg gegenüber dem Vorquartal im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, in den Quartalen davor bei 50 bis 100 Prozent. Nach Einschätzung von Nabila Popal, Senior Research Director bei IDC, ist der Boden des Marktes noch nicht erreicht, das Schlimmste stehe noch bevor. Auch bei anderen wichtigen Bauteilen blieben die Kosten hoch.
Samsung kam auf 57,8 Millionen Geräte (22,6 Prozent Marktanteil, minus 5,8 Prozent), Apple auf 57,3 Millionen (22,4 Prozent, minus 4,0 Prozent). Beide profitieren laut IDC von ihrem starken Premiumportfolio und bauen ihre Marktanteile trotz sinkender Stückzahlen aus. Deutlich stärker traf es die chinesischen Hersteller: Xiaomi (30,7 Millionen) verlor 29,2 Prozent, Oppo (25,6 Millionen) 34,5 Prozent und Vivo (19,1 Millionen) 31,5 Prozent. Alle übrigen Anbieter zusammen kamen auf 64,8 Millionen Geräte, ein Minus von 32,5 Prozent.
Kunden halten Geräte länger
„Das dritte Quartal zeigt die volle Auswirkung und den Schaden der Speicherkrise“, sagt Francisco Jeronimo, Vice President Worldwide Devices bei IDC. Der Druck verlagere sich von den Herstellern auf die Verbraucher. Weil höhere Preise im Handel ankämen, behielten viele Käufer ihre Geräte länger. Chinesische Marken hätten es besonders schwer, weil ihr Geschäft stark vom Einstiegssegment abhänge und sie zwischen Marge und Absatz wählen müssten.
Kiranjeet Kaur, Associate Research Director bei IDC, rät Kunden, die nicht warten können, zu den Angeboten im Weihnachtsquartal, weil Aktionen und Rabatte dann am attraktivsten sein dürften. Einige Hersteller hätten ihre Produktionspläne trotz schwacher Nachfrage erhöht, um sich gegen knappere Bauteile im kommenden Jahr abzusichern. Bleibe die Nachfrage schwach, könnte das bis 2027 zu wachsenden Lagerbeständen führen und die Prognose für das Jahr zusätzlich belasten. IDC erwartet ein begrenztes Marktwachstum bis 2027 und eine mögliche Erholung frühestens 2028.