Ceconomy setzt sich ambitionierte Ziele und treibt den Wandel voran
Der Bericht zu den aktuellen Geschäftszahlen war der erste Auftritt von Remko Rijnders als neuer CEO von Ceconomy. Der Niederländer konnte dort positive Stimmung verbreiten: Das Unternehmen wird seinen Gewinn von 240 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2022/23 auf 500 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025/26 verdoppeln. Im Rahmen des Capital Markets Days 2023 hatte Ceconomy seine Experience-Electronics-Strategie vorgestellt und ein ambitioniertes Ziel von 500 Millionen bereinigtem EBIT gesetzt, das jetzt erreicht wurde.
Nun setzte Rijnders neue anspruchsvolle Mittelfristziele bis zum Geschäftsjahr 2028/29: 800 Millionen bereinigtes EBIT, einen Umsatz von circa 24 Milliarden Euro und einen Free Cashflow bei rund 300 Millionen Euro.
Remko Rijnders: „Wir halten unser Versprechen: Unser bereinigtes EBIT wird in diesem Geschäftsjahr auf rund 500 Millionen Euro steigen. In Zukunft setzen wir noch stärker auf das Vertrauen unserer Kunden. In einer Welt, die immer komplexer und digitaler wird, sind wir die Antwort: echte Menschen, echte Beratung, echte Lösungen. Das alles ist nur möglich mit unseren 50.000 Mitarbeitenden und ihrer Leidenschaft für Experience Electronics."
Neue Geschäftsfelder mit Wachstum
Das Unternehmen wandelt sich dabei von einem klassischen Einzelhändler zur Omnichannel-Service-Plattform. So werden im laufenden Geschäftsjahr noch 56 Prozent des Bruttoertrages im klassischen Retailgeschäft erwirtschaftet, bis 2028/29 soll dieser Anteil auf unter 50 Prozent sinken. Die neuen Wachstumsfelder sind:
Services & Solutions: Der Bruttoertrag ist hier in den letzten drei Jahren um 300 Millionen gewachsen und soll im Geschäftsjahr 2025/26 auf 1,4 Milliarden Euro steigen. Das Ziel für das Geschäftsjahr 2028/29 liegt bei 1,65 Milliarden Euro.
Marketplace: Der Umsatz wird von 140 Millionen Euro (GJ 2022/23) auf 800 Millionen Euro (GJ 2025/26) wachsen und übertrifft damit die Ziele deutlich. Im Geschäftsjahr 2028/29 sollen 1,9 Milliarden Euro anstehen, getragen durch den Rollout in weiteren Ländern und den Ausbau des Fulfillment-Angebots für Partner.
Eigenmarkengeschäft: In den aktiv bespielten Kategorien wie Zubehör oder Kleingeräte liegt der Eigenmarkenanteil bereits bei rund 11 Prozent. Das Gesamtziel für das Geschäftsjahr 2028/29 beträgt 7 Prozent inklusive der Refurbished-Produkte.
Retail-as-a-Service: Aus dem Space-as-a-Service-Konzept wird ein vollständiges Retail-as-a-Service-Angebot. MediaMarktSaturn bietet seinen Partnern nicht nur Fläche im Markt, sondern auch die zugehörige Logistik, Expertise, Promotoren und datenbasierte Insights. Der Bruttoertrag soll von 50 Millionen Euro auf 90 Millionen Euro bis zum Geschäftsjahr 2028/29 wachsen.
Retail Media: Der Bruttoertrag wird von 20 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2022/23 auf 150 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025/26 steigen – mehr als das Dreifache des ursprünglich anvisierten Ziels. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 soll der Bruttoertrag auf 230 Millionen Euro wachsen.
Die Mutter aus China stärkt die Logistik
Gestärkt werden soll das Unternehmen mit der Übernahme durch den chinesischen Onlinehändler JD.com, deren Abschluss Rijnders für das zweite Halbjahr erwartet. Durch die Partnerschaft erhält MediaMarktSaturn Zugang zu JD.coms führender Technologie, seiner Omnichannel-Retail-Architektur und seiner Logistikinfrastruktur. Dabei soll MediaMarktSaturn technologisch vollständig souverän bleiben: Die eigenen IT-Systeme, Daten und die Kundenarchitektur bleiben unabhängig. JD.com hat zudem zugesagt, einen separaten, vollständig unabhängigen europäischen Tech-Stack aufzubauen. „Die Kombination aus der Logistik von JD.com in Kombination mit unserer Präsenz vor Ort mit 50.000 Mitarbeitenden, die Vertrauen beim Kunden schaffen, ist einzigartig und kann von der Konkurrenz nicht mal eben kopiert werden," ist Rijnders überzeugt.
Denn viel wird von diesen Mitarbeitern in den über 1.000 Elektronikmärkten abhängen. Sie müssen die Strategie der „Moments of Trust" mit den Endkunden erreichen und sollen dabei von KI unterstützt aber nicht ersetzt werden. Das Thema soll sich durch die gesamte Customer Journey ziehen. Beim Einkaufen soll der KI-gestützte Produktfinder helfen, eine Lieferung soll in 90 Minuten erfolgen und nach dem Kauf stehen von der Installation über Reparatur und Trade-in bis zum Refurbished-Gerät mit Echtzeit-Tracking und persönlichem Kontakt umfangreiche Dienstleistungen bereit.
Was wird aus Saturn?
Eine Frage wollte Rijnders allerdings nicht ganz klar beantworten: die nach der Zukunft der Marke Saturn. In den vergangenen Monaten wurden immer mehr dieser Märkte geschlossen oder auf MediaMarkt umgebrandet. Der CEO erklärte, dass man grundsätzlich zu der Marke, die in Deutschland eine Kundenbekanntheit von über 90 Prozent habe, stehe. Sie soll noch stärker zu einer Marke für technische Innovation werden und könne zusätzlich zu den eigenen Experience Stores auch über In-Store-Flächen in MediaMärkten positioniert werden.