Digitale Souveränität als Geschäftsmodell: Workshop auf der communicate
Lucas Knapp führt das Bensheimer IT- und TK-Systemhaus EDNT seit rund einem Jahr gemeinsam mit seinem Vater in der Geschäftsführung. Zuvor hatte er alle Abteilungen des seit über 40 Jahren bestehenden Familienunternehmens durchlaufen. EDNT setzt nach eigener Aussage auf Open-Source-Technologien statt auf Lösungen großer Plattformanbieter. „Wir glauben an Unabhängigkeit von Vendor Lock-in“, beschreibt Knapp diese Haltung.
Vendor Lock-in bezeichnet die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, aus dessen Produkt-Ökosystem sich ein Systemhaus nur schwer oder mit hohen Kosten wieder lösen kann. Wer die Plattform eines Herstellers vertreibt, ist an dessen Preispolitik und Produktentscheidungen gebunden und bleibt wirtschaftlich Vermittler.
Genau hier setzt Knapps Workshop auf der communicate an. Unter dem Titel „Vom Wiederverkäufer zum Anbieter: Wie digitale Souveränität zum Geschäftsmodell wird“ zeigt er anhand von Praxisbeispielen, wie Systemhäuser den Wechsel zu offener Technologie und eigener Infrastruktur konkret umsetzen können. Wer diesen Schritt geht, kann eigene Produkte entwickeln und die Kundenbeziehung selbst steuern, statt von der Roadmap eines Herstellers abhängig zu bleiben.
Die communicate ist seit diesem Jahr als eigener Bereich in die leat con integriert, die vom 6. bis 8. Oktober 2026 auf der Hamburg Messe stattfindet. Die leat con versteht sich als Experience Technology Convention und gliedert sich in fünf Hubs: live tech für klassische Veranstaltungstechnik, stage tech für Bühnenbau und szenische Technik, broadcast für Medientechnik und Produktionslösungen, install für Systemintegration und AV over IP sowie communicate für Cloud-Telefonie, UCC und Netzvermarktung. Der communicate Hub bringt damit erstmals die ITK-Branche auf die leat con und ermöglicht den direkten Austausch mit der AV-Welt.