Breitband 30.01.2018, 10:20 Uhr

Deutsche Glasfaser besorgt sich mehr Geld für Wachstum

Die Deutsche Glasfaser hat ambitionierte Wachstumspläne - und hat sich nun am Kapitalmarkt mit frischem Geld eingedeckt.
(Quelle: sandra zuerlein - shutterstock )
Der Breitbandanbieter Deutsche Glasfaser hat sich am Kapitalmarkt mit frischem Geld für weiteres Wachstum eingedeckt. Der Finanzierungsrahmen mit Fremdkapital sei von 225 auf 650 Millionen Euro aufgestockt worden, teilte das Unternehmen mit.
Das Unternehmen hat sich auf das Angebot von reinen Glasfaser-Breitbandanschlüssen bis an das Gebäude des Endkunden - sogenannte FTTH-Anschlüsse ("Fibre to the home") - spezialisiert. Hier ist die Firma nach eigenen Angaben Marktführer in Deutschland mit mehr als 180.000 Vertragskunden (Stand: Ende 2017). Mehrheitseigner mit rund 70 Prozent ist der Finanzinvestor KKR.
"Wir sind der am schnellsten wachsende FTTH-Ausbauer in Deutschland", sagte Vorstandschef Uwe Nickl der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Wir sind im Vergleich mit dem Wettbewerb wesentlich günstiger im Bau." Glasfaser - speziell bis ins Gebäude - gilt als schnellste, aber auch als teuerste Form der Breitbandanbindung für schnelles Internet und hochauflösendes Fernsehen. Die Deutsche Telekom setzt bei ihrer Breitbandstrategie auf den Ausbau mit Glasfaser auf Teilstrecken - und auf umstrittene Techniken wie das Vectoring, um ihr altes Telefon-Kupferkabel schneller zu machen.
Allerdings gewinnt der Wettbewerb mit dem schnelleren Internet an Fahrt. Die Telekom, die United-Internet-Tochter 1&1 Versatel sowie Vodafone in Kooperation mit der Deutschen Glasfaser buhlen insbesondere um die Erschließung ganzer Gewerbegebiete mit Glasfaser. "Wir haben seit Ende 2016 mit Vodafone als Partner eigenständig 150 Gewerbegebiete angeschlossen", sagte Nickl.
Daneben konzentriert sich das Unternehmen insbesondere auf den ländlichen Raum, wo es laut Nickl ein Defizit an schnellen Internetverbindungen gibt. Entschließen sich in einem Zeitraum der Nachfragebündelung von 12 bis 16 Wochen genug Haushalte etwa einer Kommune für einen Glasfaseranschluss, beginnt Deutsche Glasfaser mit dem Ausbau. 2019 wolle das Unternehmen wie geplant die Finanzierungsmittel auf dann 1,5 Milliarden Euro aufstocken, sagte Nickl.



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