Office-Headset 18.06.2018, 11:45 Uhr

Das geht ins Ohr: Jabra Evolve 75e im Test

Jabra hat mit dem Evolve 75e ein In-Ear-Headset für den Einsatz im Office auf den Markt gebracht. Wir haben getestet, ob es in puncto Tragekomfort und Benutzerfreundlichkeit mit On-Ear-Lösungen mithalten kann.
(Quelle: Jabra)
Wer sagt eigentlich, dass ein Business-Headset immer auf den Ohren aufliegen muss? Diese Frage stellten sich auch die Entwickler von Jabra und brachten mit dem Evolve 75e ein schnurloses In-Ear-Headset auf den Markt. Im Test muss die Bluetooth-Lösung beweisen, wie gut sie für den täglichen Einsatz im Büro geeignet ist.
Während viele Office-Headsets auf den ersten Blick als solche zu erkennen sind, gibt sich der Evolve 75e hier sehr zurückhaltend. Bis auf einige Alu-Applikationen ist das Gerät in Schwarz gehalten, lediglich die Eargels haben einen Tupfer Rot abbekommen. Getragen wird das Headset über den Nackenbügel, in dem auch der Akku untergebracht ist. Jabra gibt bis zu 14 Stunden an, die wir im Test auch knapp erreichen konnten. Bei der Ladezeit hat der Hersteller nicht zu viel versprochen, nach knapp zwei Stunden ist der Akku wieder voll. 
Die Knöpfe sind gut zu bedienen
Quelle: JAbra
Die Bedienung erfolgt über insgesamt fünf physische Tasten, diese lassen sich auch blind gut bedienen und haben einen sauberen Druckpunkt. Insgesamt vier Mikrofone sollen für gute Gesprächsqualität sorgen – beim Nutzer ebenso wie beim Gegenüber. Die Ausfilterung von Störgeräuschen ist exzellent, beim Gesprächspartner kommt nur die Stimme des Anrufers an, die üblichen Lärmquellen im Großraumbüro werden ausgefiltert. 
Der Nutzer selbst bekommt davon auch vergleichsweise wenig mit, denn dank aktivem Noise Cancelling (ANC) werden viele die Kopfhörer auch dann tragen, wenn sie einfach die Umgebung ausblenden wollen. Um das ANC kurzfristig zu deaktivieren, reich ein längerer Druck auf die ANC-Taste. Im Vergleich mit anderen Noise-Cancelling-Kopfhörern schneiden die Jabras zufriedenstellend ab, sie reichen allerdings bei Weitem nicht an Headsets wie die QuietComfort 20i von Bose heran.

Hoher Tragekomfort beim Jabra Evolve 75e

Die Eargels sind in drei Größen enthalten, sodass jeder das passende Paar finden dürfte. Der Tragekomfort ist hoch, sodass man auch mehrere Stunden problemlos damit arbeiten kann. Das Gewicht ist mit 50 Gramm angenehm niedrig, der Nackenbügel tut sein Übriges, damit das Gerät nicht als störend empfunden wird. Praktisch: Bei Nichtbenutzung haften die Ohrhörer magnetisch aneinander. Erfolgt der Kontakt der integrierten Magnete, so wird ein Gespräch beendet beziehungsweise die Musikwiedergabe pausiert. 
Die Ohrhörer halten mittels Magnet zusammen
Quelle: Jabra
Der Musikgenuss stand beim Evolve 75e nicht an erster Stelle im Pflichtenheft, schließlich ist es ein Business-Tool. Dennoch empfanden wir die Klangqualität als gut, wenn auch nicht so ausgefeilt wie bei reinen HiFi-Headsets dieser Preisklasse wie etwa die kabelgebundenen C5 Series 2 von Bowers & Wilkins oder die Byron BTA von Beyerdynamic. Gute Arbeit haben die Entwickler beim ANC geleistet – ist diese Funktion aktiviert, verändert sich die Musikqualität nur sehr wenig. Oftmals klingen die Songs dann deutlich heller und haben weniger Volumen.
Gut gelöst ist auch das Busylight, eine LED im Mikrofonteil des Kabels, die während eines Gesprächs leuchtet und auch manuell aktiviert werden kann. Damit signalisiert man den Kollegen, dass man derzeit nicht gestört werden will. 
Für rund 300 Euro bekommt man mit dem Jabra Evolve75e ein sehr gutes Business-Headset, das mit angenehmem Tragekomfort, guter Geräuschunterdrückung und effektivem ANC zu überzeugen weiß. Wer im Büro viel Musik hört, sollte allerdings besser zu einem reinen HiFi-Gerät greifen, als Office-Tool macht das Jabra aber eine sehr gute Figur.




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