"Betrügerische Methoden" 12.02.2019, 13:53 Uhr

Rätsel um mysteriöse Pakete ruft Amazon auf den Plan

Derzeit erhalten einige Amazon-Kunden mysteriöse Pakete mit kuriosen Waren, die sie nicht bestellt haben. Wer genau dahinter steckt, ist unklar. Amazon selbst spricht von "betrügerischen Methoden".
Wer hinter den mysteriösen Amazon-Paketen steckt, ist unklar
(Quelle: shutterstock.com/Joe Ravi)
Verwirrung bei Amazon-Kunden: Einige erhalten derzeit Pakete des E-Commerce-Riesen, obwohl sie nichts bestellt haben. Enthalten sind oft kuriose Gegenstände, wie eine Mausefalle und Sexspielzeug - aber auch teure Waren wie ein Fernglas. Wie die Verbraucherzentrale NRW mitteilte, erhielt zum Beispiel ein Mann in Düsseldorf ein nagelneues Smartphone zugeschickt - ohne Lieferschein, ohne Rechnung, ohne Abbuchung. Manche Kunden sollen bis zu sechs Mal innerhalb einer Woche Pakete bekommen haben.
Amazon selbst spricht von "betrügerischen Methoden". "Die Pakete kommen nicht von Amazon selbst, sondern über den separaten Marketplace, auf dem sich tausende Händler tummeln", erklärte die Verbraucherzentrale.
Wer aber genau dahinter steckt, ist noch unklar. Vermutungen gibt es einige. Eine davon ist, dass Händler aus Fernost auf diese Weise ihre Artikel im Verkaufs-Ranking von Amazon höher positionieren wollen. Dafür wird ein Zweit-Account im Namen der Adressaten eröffnet, über diesen wird der Artikel gekauft. So steigt das jeweilige Produkt im Amazon-Verkaufs-Ranking, zudem lässt sich mit dem Account der Shop des Händlers positiv bewerten.
Daneben gibt es auch die Vermutung, dass Händler durch die Methode ihre Amazon-Lager mit unverkauften Produkten leeren. So müssen sie die Waren nicht zurück nach China verschiffen. Das wäre wesentlich teurer als sie an zufällig ausgewählte Adressen in Deutschland zu verschicken.

Verkäufer werden gesperrt

In jedem Fall soll mit der mysteriösen Aktion bald Schluss sein. Amazon betonte am Dienstag: "Wir gehen jedem Hinweis von Kunden nach, die unaufgefordert ein Paket erhalten haben, da dies gegen unsere Richtlinien verstößt." Und: "Verkäufer, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, werden gesperrt, die Zahlungen werden zurückgehalten und wir leiten entsprechende rechtliche Schritte ein."
Die betreffenden Händler hätten weder Namen noch Adressen oder gar Kontodaten von Amazon erhalten.

Eine gute Nachricht bleibt: "Wer unverlangt Pakete von Händlern erhält, muss sie nicht aufbewahren", so die Verbraucherzentrale. Die Empfänger könnten sie einfach benutzen oder wegwerfen. "Auch eine beiliegende Rechnung muss selbstverständlich nicht bezahlt werden."




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