Hype-App im Visier 21.07.2016, 13:00 Uhr

Pokémon Go: Verbraucherschützer greifen an

Pokémon Go bricht in Deutschland einen Rekord nach dem anderen. Doch das Spiel setzt auf unzulässige Datenschutzbestimmungen. Bricht das der Hype-App am Ende das Genick?
Wie lange können wir in Deutschland noch Pikachu und Co fangen?
(Quelle: Shutterstock.com/Wachiwit )
Schon seit dem offiziellen Launch steht die Hype-App Pokémon Go immer wieder im Fokus wegen zum Teil gravierenden Einschnitten beim Datenschutz. Nun wird auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in dieser Diskussion aktiv und greift zu drastischen Mitteln.
Die Verbraucherschützer mahnen insgesamt 15 Klauseln aus den Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen von Pokémon-Go-Entwickler Niantic ab. Diese verstoßen laut vzbv gegen in Deutschland geltende Standards. Kommt Niantic bis zum 9. August 2016 den Vorderungen der Unterlassungserklärung nicht nach, droht womöglich eine Klage. Das könnte sogar das Aus der App in dieser Form hierzulande bedeuten.

Kalifornisches Recht und Datenweitergabe an Dritte

Kritisiert wird zum einen, dass durch die GPS-Ortung ein anonymes Spielen von Pokémon Go nicht möglich sei. Dies ist bei einigen Fällen allerdings Grundvoraussetzung. Bedeutsamer sind die weiteren Rechte, die sich Niantic einräumen lässt:
  • Niantic kann den mit dem Nutzer geschlossenen Vertrag jederzeit einstellen. Das bedeutet, dass das investierte Geld in In-App-Käufen verloren ist. Eine Rückerstattung ist ausgeschlossen.
  • Wer gegen Pokémon Go vorgehen möchte, muss sich an ein amerikanisches Schiedsgericht wenden, da für die App kalifornisches Recht gilt.
  • Personenbezogene Daten können an private Dritte weitergegeben werden.
  • Außerdem enthalten die Nutzungsbedingungen laut vzbv weitreichende Haftungs- und Gewährleistungsauschlüsse und sind zum Teil sehr schwer verständlich.
Ob sich die Nutzer für ihre Daten überhaupt interessieren, muss jedoch in Frage gestellt werden, wie frühere Diskussionen um Pokémon Go bewiesen haben.

Japan-Start mit Mc Donalds als Partner

Unabhängig von den Forderungen des vzbv rollt Niantic das Spiel in weiteren Regionen aus. Als nächstes großes Land folgt sehr bald Japan. Die Besonderheit: Im Land der aufgehenden Sonne präsentiert Niantic-CEO John Hanke erstmals einen offiziellen Werbepartner.
Wie Techcruch berichtet, sollen die mehr als 3.000 Mc Donald's Restaurants in Japan in Pokéstops und Arenen verwandelt werden. Die Fastfood-Kette erhofft sich von der Kooperation erhöhte Einnahmen und einen verstärkten Andrang in den eigenen Geschäften. Das Monetartisierungs-Konzept von Pokémon Go scheint also aufzugehen.



Das könnte Sie auch interessieren