Unter der Lupe 16.11.2015, 08:30 Uhr

ZenFone 2 im Test: Asus geht eigene Wege

Das ZenFone 2 von Asus fällt nicht nur durch sein Chip-Set von Intel, sondern auch durch eine eigene Benutzeroberfläche und einige Detaillösungen aus dem Rahmen. Wie sich das Modell schlägt, zeigt der Test.
Mit seinen Smartphones wie dem Padfone, einer Kombination aus Telefon und Tablet, konnte der IT-Hersteller Asus in der Vergangenheit bereits auf sich aufmerksam machen. Doch der kommerzielle Erfolg war hierzulande eher bescheiden – das soll sich jetzt mit konventionelleren Produkten ändern. Das bereits im Januar angekündigte ZenFone 2, das in Deutschland die Marktpräsenz des taiwanesischen Herstellers verbessern soll, zeigt aber im Test, dass es sich von der Konkurrenz durchaus unterscheidet.
Auf den ersten Blick fällt die Größe des Smartphones auf: Das Gerät hat ähnliche Abmessungen wie ein iPhone 6S Plus, ist aber mit dem an der Unterseite stark gewölbten Gehäuse deutlich dicker – maximal sind es 10,9 Millimeter. Die Abdeckung der Rückseite reicht auch über die Seiten und besteht aus einem dünnen Plastik im Aluminium-Look, das recht billig wirkt, aber zumindest gut in der Hand liegt.
Wer die rückwärtige Abdeckung unter Missachtung eines gewissen Risikos für die Fingernägel abzieht, findet zwar die zwei SIM-Karten- und den MicroSD-Slot, kann den Akku aber trotzdem nicht selbst entnehmen, da dieser fest eingebaut ist.
Schon von LG bekannt ist die Wippe auf der Rückseite unter der Kameralinse, die unter anderem zur Einstellung der Lautstärke dient. Eher ungewöhnlich ist aber die Position der Einschalttaste mittig an der Stirnseite des Smart­phones. Mit kleinen Händen sind beide Bedienelemente eher schwierig zu erreichen.

Gewöhnungsbedürftige UI

Auch an die auf Android 5.0 aufsetzende Benutzeroberfläche Zen UI von Asus muss man sich erst gewöhnen: Manche wichtigen Menüs wie die Systemeinstellungen werden zum Beispiel erst nach einem Umstellen der Ansicht sichtbar. Zudem installiert Asus viele Apps vor, die wohl nicht jeder Anwender braucht und die er bei Nichtgefallen wieder entfernen muss, um den Speicher zu entlasten.
An vielen Ecken merkt man auch, dass an der Programmierung im Detail noch gefeilt werden muss: Beschriftungen passen nicht in die Zeilen, und die Uhrzeit wird nachmittags nicht etwa mit „17:25“ angezeigt, sondern mit „5:25 nachm.“ im Hauptbildschirm präsentiert. Es gibt aber auch positive Aspekte der Benutzeroberfläche wie die anpassbare Einhandbedienung der Menüs oder die vielen Möglichkeiten zur Individualisierung.
Ungewöhnlich ist die Wahl des Chip-Sets, denn der Intel-Atom-Z3580-Quadcore-Prozessor bestückt nur ganz wenige Smartphones. Was die Leistungsdaten betrifft, kann das ZenFone 2 aber trotzdem gut mithalten, denn ein Antutu-Benchmark von rund 48.000 platziert es in der Preisklasse unter 400 Euro im oberen Bereich. Zudem bietet das Gerät stolze 4 GB Arbeitsspeicher, was insgesamt ein sehr flüssiges Nutzererlebnis bei der Bedienung bringt.
Wenig Wünsche lässt das 5,5-Zoll-Display mit IPS-Technologie und voller HD-Auflösung offen, das schön hell ist und sich auch automatisch der Intensität des Außenlichts anpassen kann. Die restliche Ausstattung ist ebenfalls gut: Es gibt LTE, zwei SIM-Slots und die gängigen WLAN-Standards. Die 32 GB Datenspeicher sind ebenfalls großzügig. Der Akku des Zen­Fone 2 hält etwas länger als einen Tag durch und ist damit guter Durchschnitt.

Autofokus mit Problemen

Recht gut sind auch die Fotofähigkeiten des Taiwan-Smartphones. Die 13 Mega­pixel Auflösung sowie ein HDR-Modus bringen bei der rückwärtigen Kamera kontrastreiche Bilder, und der Auslöser ist schön schnell. Zudem gibt es einen Blitz mit zwei LEDs für weichere Farben und viele Optionen zur individuellen Einstellung der Parameter.
Ein spezieller Modus ermöglicht es sogar, vier interpolierte ­Bilder auf 52 Megapixel Auflösung zu kombinieren. Allerdings verweigert der Zoom-Modus des ZenFone 2 vor allem im Nahbereich manchmal seinen Dienst und stellt nicht dort scharf, wo es der Anwender will. Die Fünf-Megapixel-Frontcam reicht für ein paar schnelle Selfies aus. 




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