Bilanz 22.02.2018, 08:53 Uhr

Geschäftsjahr 2017: Telekom freut sich über Milliardengewinn

Bedingt insbesondere durch die US-Steuerreform erzielte die Deutsche Telekom im Jahr 2017 einen hohen Gewinn. Doch auch die Kennzahlen für Deutschland können sich sehen lassen. Als Belohnung erhält Telekom-Chef Höttges einen neuen Vertrag.
Bleibt bis 2024 an der Spitze der Deutschen Telekom: Timotheus Höttges
Es ist ein gutes Ergebnis, das Telekom-Chef Tim Höttges für das Jahr 2017 vorlegen konnte. Wie aus den aktuellen Zahlen hervorgeht, stieg der weltweite Umsatz im Geschäftsjahr 2017 um 2,5 Prozent auf 74,9 Milliarden Euro; der Konzernüberschuss legte gar um 29,4 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Grund hierfür sei unter anderem ein positiver Effekt durch die US-Steuerreform.
Ohne die bilanzielle Schützenhilfe aus Washington hätte trotz der immer runder laufenden Geschäfte der Bonner allerdings ein Gewinnrückgang in den Büchern gestanden. Im dritten Quartal hatte die Telekom auf ihr Sorgenkind T-Systems eine milliardenschwere Abschreibung wegen fehlender Aufträge verbuchen müssen, im vierten Quartal kam fast eine Milliarde Wertminderung im Europageschäft dazu.
Außerdem schlug den Bonnern die Beteiligung an der britischen BT Group auch 2017 wieder auf den Magen. Die Aktie der Briten hatte infolge eines Bilanzskandals deutlich an Wert verloren - was die Bonner wiederholt dazu zwang, den BT-Wert in der Bilanz herunterzuschreiben. Mit Erträgen aus dem Verkauf von kleineren Unternehmensteilen und durch eine Neubewertung von Mobilfunklizenzen in den USA konnte die Telekom das alles alleine nicht wettmachen.
Dabei läuft es an immer mehr Stellen im Konzern rund - bis auf die Großkundentochter T-Systems. Der neue T-Systems-Chef Adel Al-Saleh hat eine schwere Aufgabe vor sich, der Auftragseingang brach im vergangenen Jahr um fast ein Viertel ein, Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis gingen zurück. Der Betriebsrat trommelt schon gegen Überlegungen, die Sparte 2019 neu zuzuschneiden und Teile auszugründen. Der Konzernbereich hat 37.000 Mitarbeiter, davon knapp die Hälfte in Deutschland.
Dennoch: "Die Deutsche Telekom wächst auf ihren Märkten weltweit", freut sich Vorstandschef Tim Höttges, der am Vorabend eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2024 erhalten hatte.
In diesem Jahr soll nun auch die Europasparte zum geplanten Anstieg des operativen Konzernergebnisses beitragen, nachdem das in Deutschland dank des spürbar besseren Laufs im Mobilfunk und bei Breitbandanschlüssen schon im Vorjahr gelungen war. Insgesamt haben sich Höttges und Finanzchef Thomas Dannenfeldt ein Plus von 4 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vorgenommen. Dannenfeldt scheidet Ende des Jahres aus und macht Platz für den bisherigen Personalvorstand Christian Illek.



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