"Natürlich haben wir Konkurrenzdruck"

Sag niemals nie

Telecom Handel: Eine immer wieder geäußerte Kritik seitens des Handels bezieht sich auf den Vertrieb der FritzBox über die Breitbandanbieter. Kann der Handel überhaupt noch freie Geräte verkaufen, wo doch die meisten Kunden schon zum Vertragsabschluss eines geschenkt bekommen?
Müller-Albring: Zum einen gibt es für null Euro meist nur ein Einsteigergerät. Wer mehr Leistung und mehr Features will, beispielsweise WLAN mit 2,4 und 5 GHz parallel, der muss auch beim Carrier mehr zahlen, wenn er ein entsprechendes Gerät dort überhaupt bekommt. Zum anderen besteht aber auch aufgrund der angesprochenen Anforderungen, die beispielsweise Homenetworking mit sich bringt, eine steigende Nachfrage bei den Kunden nach diesen besser ausgerüsteten Geräten. Und die bekommen sie beim Fachhandel.
Telecom Handel: Mit der FritzBox 6360 hat AVM seit kurzem ja auch ein Gerät für die Kabelnetzbetreiber im Programm, allerdings ist das Gerät bislang noch nicht bei allen verfügbar ...
Müller-Albring: Unitymedia und einzelne regionale Kabelanbieter haben den Rollout bereits begonnen. In den nächsten Monaten wird die FritzBox 6360 bei weiteren Anbietern erhältlich sein.
Telecom Handel: Mit den FritzBoxen setzen Sie auf WLAN als Schnittstelle im Heimnetzwerk. Könnte es in Zukunft auch Powerline-Produkte von AVM geben?
Müller-Albring: WLAN ist die zentrale Schnittstelle für das Heimnetz. Sie ist bestens verbreitet und verfügt bei WLAN-n über einen ausgezeichneten Standard. Das gilt sowohl für die Verfahren, beispielsweise beim Videostreaming, als auch für die Datenraten. So können wir in Kürze eine WLAN-n-FritzBox mit 450 MBit/s anbieten, die neben der schnelleren Geschwindigkeit auch die Funkabdeckung vergrößert. Powerline ist beim Heimnetz nur eine ergänzende Technologie. Aber man soll niemals nie sagen.
Telecom Handel: AVM ist seit Jahren uneingeschränkter Marktführer. Wünschen Sie sich manchmal etwas mehr Konkurrenzdruck?
Müller-Albring: Wir haben natürlich Konkurrenzdruck, die meisten Mitbewerber versuchen es über einen günstigeren Preis. Aber es ist immer wieder schön zu beobachten, dass der Preis nicht der wichtigste Punkt ist. Die Qualität der Produkte und auch des Service muss stimmen, anders funktioniert es nicht. Und am Ende profitieren die Händler auch von den stabilen Preisen, denn bei einem 40-Euro-Router fällt die Marge natürlich anders aus als bei einer FritzBox 7390 mit einem UVP von 289 Euro.



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