Neuer Standard kommt 10.04.2012, 14:45 Uhr

WLAN schaltet in den fünften Gang

Der neue WLAN Übertragungsstandard "IEEE 802.11ac" soll Datenraten von 1,3 Gigabit pro Sekunde ermöglichen. Erste Geräte könnten noch dieses Jahr auf den Markt kommen.
Drahtlose Netzwerkverbindungen durchbrechen demnächst die 1-Gigabit-Schallmauer. Der Nachfolger des heute üblichen WLAN-Übertragungsstandards „IEEE 802.11n“ – oder kurz „n-Standard“ – kündigt sich an: Die offizielle Bezeichnung des neuen Datenturbos lautet „IEEE 802.11ac“. Der Chip-Hersteller Broadcom verwendet jedoch den weniger sperrigen Namen „5G Wifi“. Der neue Übertragungsstandard funkt ausschließlich im 5-GHz-Band und soll theoretisch einen Datendurchsatz von 1.300 Megabit pro Sekunde (MBit/s) und mehr ermöglichen. Als Faustformel für die tatsächliche Geschwindigkeit gilt jedoch bei WLAN-Verbindungen üblicherweise ein Drittel bis die Hälfe der theoretischen Bandbreite.
Marktstart Ende 2012
Erste Produkte, die mit dem neuen „ac-Standard“ arbeiten, erwartet der Netzwerkhersteller Trendnet beispielsweise gegen Ende dieses Jahres. Die ersten Trendnet-Geräte werden allerdings noch nicht die volle Geschwindigkeit bieten, sondern auf 433 oder 867 MBit/s beschränkt sein. „Eine realistische Einschätzung für den Marktstart erster Geräte mit 1.300 MBit/s ist Januar oder Februar 2013“, erklärt Michael Peters, Channel Sales Manager Central Europe bei Trendnet, gegenüber Telecom Handel. Vorher könnten erfahrungsgemäß einige Hersteller mit proprietären Lösungen auf den Markt kommen.
Interessant für die Hersteller von Smartphones und Tablets dürfte der angeblich niedrigere Stromverbrauch der ac-Chips sein – somit könnte der neue Standard zu höheren Akkulaufzeiten beitragen. Erste Smartphones und Tablets mit ac-Chips könnten nach Einschätzung von Michael Peters im Sommer 2013 auf den Markt kommen. Notebooks mit integriertem ac-Turbo sollen noch bis zum Jahr 2014 auf sich warten lassen.
Zielgruppe: Multimedia-Anwender
Die Zielgruppe für den drahtlosen Highspeed-Standard dürfte sich laut Peters anfangs vor allem auf Multimedia-Enthusiasten beschränken, die beispielsweise mehrere HD-Streams gleichzeitig im Haus verteilen wollen. Diese „Early Adopter“ sollten darüber hinaus eine gut gefüllte Brieftasche haben: Es wird erwartet, dass die Gigabit-WLAN-Router am Anfang circa 50 Prozent mehr kosten als n-Standard-Router.



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