Von Menschen und Katzen: Netatmo Presence im Test

Gute App, saubere Erkennung

Nach der Einrichtung der Smartphone-App steht der ersten Inbetriebnahme nichts mehr im Weg, für den Nutzer beginnt damit aber erst die eigentliche Arbeit. Denn nun gilt es, hier die eigenen Präferenzen einzugeben. Welcher Bereich soll überwacht werden? Was soll erfasst werden? Wann soll sich nachts das Flutlicht einschalten? Wann soll ich benachrichtigt werden?
Bei der Erkennung verspricht Netatmo eine sehr genaue Differenzierung zwischen Autos, Personen und Haustieren. In unserem Test konnte die Kamera tagsüber fast immer unterscheiden, ob ein Mensch in den Überwachungsbereich ging, ob eine Katze vorbei schlenderte oder ob ein Ball durchs Bild hüpfte. Bei Nacht waren die Ergebnisse immer noch gut, hier lag die Kamera aber öfter mal daneben, gerade bei der Unterscheidung zwischen Katze und Gegenstand. Das geschah vor allem dann, wenn die Katze nicht in die Kamera blickte, diese also nicht die leuchtenden Augen als Anhaltspunkt hatte.
Die Aufzeichnung der Videos erfolgt über einen 4-Megapixel-Sensor in Full-HD und guter Qualität – auch bei Nacht. Gespeichert wird entweder in der Cloud (Dropbox wird unterstützt) oder auf dem persönlichen FTP-Server, den aktuellen WLAN-ac-Standard hat das Gerät aber leider nicht an Bord. Alternativ kann man auch auf MicroSD-Karte speichern. Im Lieferumfang ist eine 8-GB-Karte enthalten, insgesamt werden aber laut Datenblatt nur bis 32 GB unterstützt, das ist nicht mehr zeitgemäß. Schön ist das Tagesresümee, mit einem Klick bekommt man alle Ereignisse des Tages angezeigt. Die Kamera zeichnet also nur dann auf, wenn tatsächlich etwas passiert. Audio-Aufzeichnung wird im Übrigen auch angeboten, die Qualität geht hier noch in Ordnung, reicht für den Zweck aber aus.
Mit einem Preis von 299,99 Euro bewegt sich die Netatmo Presence im oberen Preissegment von IP-Kameras. Die Verarbeitung und das ausgeklügelte Erkennungssystem rechtfertigen diesen Preis, allerdings dürften etliche Kunden nach einem anderen Design fragen. Der kühle, kantige Look ist sicher nicht jedermanns Sache, ein oder zwei Alternativ-Gehäuse zur Auswahl wären schön gewesen.



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