Appell an Regierung 16.11.2018, 15:43 Uhr

Bitkom fordert: Bargeldloses Bezahlen für alle

Der Branchenverband Bitkom fordert die Regierung dazu auf, die Möglichkeiten für bargeldloses Bezahlen deutlich zu verbessern und verweist auf verschiedene Vorteile - auch für den Handel.
(Quelle: Shutterstock, s4svisuals)
"In allen Geschäften und bei allen Einkäufen soll es die Wahlfreiheit für den Kunden geben, elektronisch oder wie bisher bar zu bezahlen." Das ist eine der wesentlichen Forderungen des Bitkom, die der Verband in seinem neuen Positionspapier „Bitkom-Thesen zur Wahlfreiheit beim Bezahlen“ veröffentlicht.
"Bargeldloses Bezahlen wird sich über kurz oder lang auch in Deutschland durchsetzen. Wir brauchen aber jetzt politische Maßnahmen, um den Verbrauchern komfortable und sichere Bezahlmöglichkeiten zu geben, die zum Beispiel in Skandinavien längst selbstverständlich sind", so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.
Laut einer Umfrage des Verbands erwartet nur jeder Fünfte, dass in 20 Jahren noch mit Bargeld bezahlt wird. 35 Prozent gehen davon aus, dass das Bargeld schon in zehn Jahren verschwunden sein wird. Aktuell können sich allerdings mehr als die Hälfte (55 Prozent) noch nicht vorstellen, vollständig auf Bargeld zu verzichten. 80 Prozent davon gaben an, einfach gerne mit Bargeld zu bezahlen. 73 Prozent schätzen die Anonymität, 40 Prozent bezahlen gerne Handwerker mit Bargeld, da diese Beträge dann nicht dokumentiert seien - oder anders formuliert: Man kann sich mit Bargeld die 19 Prozent Steuer sparen, die der Handwerker ansonsten auf die Rechnung schlagen müsste, man fördert also Schwarzarbeit.
Der Bitkom verweist auf verschiedene Vorteile, die eine flächendeckende Einführung von bargeldlosem Bezahlen mit sich brächte. Damit ließen sich Warteschlangen an Kassen reduzieren, zudem könnten Händler einfacher digitale Kundenbindungsprogramme nutzen. Zugleich wären Händler in der Lage, die Kosten durch den Umgang mit Bargeld einzusparen und zum Beispiel ihre Buchhaltung direkt an die Bezahlsysteme anzuschließen. Da es dank elektronischem Bezahlen schwieriger werde, sich der Besteuerung zu entziehen, werde die Schattenwirtschaft eingeschränkt und das Steueraufkommen steigen, so eine weitere These des Positionspapiers.



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