Apple 08.06.2010, 09:09 Uhr

Das iPhone 4 ist da

Dünner, hochauflösender, ausdauernder: So präsentierte Apple-Konzernchef Steve Jobs die mittlerweile vierte Generation des iPhone.
Das Rätselraten hat ein Ende: Wie erwartet, hat Apple-Chef Steve Jobs am Montagabend auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) in San Francisco die mittlerweile vierte Generation des iPhone vorgestellt. Ganz große Überraschungen gab es nur wenige: Viele der neuen Features entsprechen den Gerüchten, die bereits in den vergangenen Wochen und Monaten die Runde gemacht hatten. Neu - und schlicht - ist hingegen der Name: Weder iPhone 4G noch iPhone HD heißt der jüngste Apple-Streich - sondern einfach iPhone 4.
Die Highlights des Geräts sind zweifelsohne das Display und das Design: Laut Apple ist das Gerät, das sich in einem eleganten Edelstahlrahmen präsentiert und 137 Gramm auf die Waage bringt, mit nur 9,3 Millimetern das dünnste Smartphone aller Zeiten. Die Vorder- und Rückseite des iPhone 4 bestehen aus Aluminosilikat-Glas, das dank chemischer Verstärkung um 30 Prozent härter sein soll als Plastik - und damit entsprechend unempfindlicher gegenüber Kratzern.

Apple: Das iPhone 4 ist da

Auch bei der Display-Technologie will Apple die Messlatte erneut ein Stück weiter nach oben setzen: Das neue 3,5-Zoll-Retina-Display bietet eine Auflösung von 960 x 640 Pixeln - viermal so viele Pixel wie beim iPhone 3GS. Die daraus resultierenden 326 Pixel pro Zoll sollen so dicht sein, dass das menschliche Auge keine einzelnen Pixel mehr unterscheiden kann, verspricht Apple.
Verbessert hat der Hersteller auch die Akkulaufzeit: So soll das neue iPhone bis zu sieben Stunden Sprechzeit in 3G-Netzen bieten - das wäre ein Plus von bis zu 40 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell. Beim Surfen via WLAN hält der Energiespender laut Apple zehn Stunden, bis zu sechs Stunden sind es über 3G-Netze. Zudem sollen zehn Stunden Videowiedergabe sowie bis zu 40 Stunden Audiowiedergabe möglich sein. Möglich werden die vermeintlich guten Akkuleistungen durch den eigens von Apple entwickelten Prozessor A4, der im Inneren des iPhone werkelt: Dieser soll gute Prozessor- und Grafikleistung bei einer gleichzeitig langen Batterielaufzeit ermöglichen.

Apple: Das iPhone 4 ist da

Zur weiteren Ausstattung des Quadband-Smartphones zählen HSPA mit bis 7,2 MBit/s im Download und 5,8 MBit/s im Upload sowie eine Kamera, die nun eine Auflösung von fünf Megapixeln und einen LED-Blitz bietet. Sie ermöglicht auch Videoaufnahmen in HD-Qualität.
Ebenfalls integriert wurde eine zweite Kamera an der Frontseite für Videotelefonie. Der entsprechende Dienst dazu, von Apple „FaceTime“ genannt, soll zunächst allerdings nur im WLAN funktionieren. Als Betriebssystem läuft das bereits im April angekündigte OS 4.0, das zukünftig nur noch iOS 4 heißen soll. Ein Update auf iOS 4 wird voraussichtlich ab 21. Juni als kostenloser Download für das iPhone 3G, 3GS und iPod-Touch-Modelle zur Verfügung stehen. Ein zweites Mikrofon zum Filtern von Hintergrundgeräuschen rundet die Ausstattungsliste ab.

Apple: Das iPhone 4 ist da

Das iPhone 4 soll am 24. Juni in den Farben schwarz und weiß zunächst in fünf Ländern auf den Markt kommen: Zu diesen zählen die USA, Großbritannien, Frankreich, Japan und auch Deutschland. Preise für Deutschland nannte Apple noch keine. In den USA geht das iPhone 4 in Verbindung mit einem Vertrag mit 16 GB Speicher für 199 Dollar über die Ladentheke, das 32 GB-Modell schlägt mit 299 Dollar zu Buche. Das iPhone 3GS soll mit einem auf 8 GB geschrumpften Speicher für 99 Dollar weiter angeboten werden.
Interessante Randnotiz: Der verlorene Prototyp, den ein Apple-Mitarbeiter im April in einer Bar vergessen hatte und der kurze Zeit später in die Redaktion des Technik-Blogs Gizmodo gelangte, war kein PR-Gag, wie aus Jobs Eröffnungsworten hervorging: "Viele von Euch haben das schon gesehen", sagte der Manager, bevor der Schleier um das neue iPhone endgültig gelüftet wurde. Dass Gizmodo die Akkreditierung zu der Veranstaltung verwehrt blieb, mag ein Hinweis darauf sein, wie erzürnt der exzentrische wie perfektionistische Apple-Chef über den Vorfall tatsächlich gewesen sein mag.




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