Korruption 25.01.2021, 10:44 Uhr

Samsung-Erbe will nicht gegen Haftstrafe vorgehen

Wegen Korruption muss der Erbe des Samsung-Firmenimperiums Lee Jae Yong zweieinhalb Jahren in Gefängnis. Nun wurde bekannt, dass er die Strafe nicht anfechten möchte.
(Quelle: 9dream studio/Shutterstock )
Nach seiner Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Korruption will der Erbe des Samsung-Firmenimperiums, Lee Jae Yong, das Urteil nicht mehr anfechten. Sein Mandant respektiere die Entscheidung des Gerichts, sagte Lees Anwalt Lee In Jae laut Berichten südkoreanischer Sender und der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap. Hintergrund des Verfahrens war eine größere Korruptionsaffäre um die frühere Präsidentin Park Geun Hye, die im März 2017 aus dem höchsten Staatsamt entfernt wurde.
Auch die Staatsanwaltschaft verzichtet den Berichten zufolge auf Rechtsmittel. Damit ist das Urteil in dem Wiederaufnahmeverfahren gegen den 52-jährigen Vize-Vorsitzenden des Smartphone-Marktführers Samsung Electronics rechtskräftig. Da Lee bereits nach dem Ausgangsprozess ein Jahr im Gefängnis gesessen hatte, kann er im Juli des nächsten Jahres entlassen werden, sofern er nicht schon vorher in den Genuss eines Straferlasses kommt.
In dem wieder aufgelegten Prozess hatte das Obergericht in Seoul den Manager in der vergangenen Woche zu einer erneuten Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der De-facto-Chef der Samsung-Gruppe der früheren Präsidentin und einer ihrer Vertrauten Geld angeboten habe, um politische Unterstützung für den Machttransfer innerhalb des Konzerns zu bekommen. Lee ist der Sohn des im Oktober gestorbenen früheren Konzernchefs Lee Kun Hee. Ermittlern zufolge sollen knapp 30 Milliarden Won (22,4 Millionen Euro) Bestechungsgeld geflossen sein.
Lee war bereits 2017 wegen Bestechung, Untreue und Meineids zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später wurde die Haft zu einer Bewährungsstrafe abgemildert, und Lee wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Getrennt von dem abgeschlossenen Verfahren laufen gegen Lee weitere Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Aktienkursmanipulation und Verstoßes gegen Rechnungsprüfungsvorschriften.



Das könnte Sie auch interessieren