Huawei P40 vs. Samsung Galaxy S20 Ultra 5G: Duell der Giganten

Viermal Kamera-Power

Huawei P40
Quelle: Huawei
Ein Duell der Flaggschiffe wird vor allem über die Kameras ausgespielt, und hier hatte Huawei beim Vorgänger P30 Pro mit Leica-Unterstützung wieder den Maßstab gesetzt. Das Know-how der Traditionsmarke ist auch bei der Vierfachkamera des Nachfolgers wieder an Bord. Sie verfügt über einen 50-Megapixel-Hauptsensor, ­einen Ultraweitwinkel mit 40 Megapixeln, eine 12-Megapixel-Telekamera und einen ToF-Sensor für die Tiefendarstellung. Samsung hält mit einer Vierfachkamera mit ähnlichem Layout dagegen: Hier gibt es ein Hauptobjektiv mit 108 Megapixeln und sehr großem Sensor mit 1/1.33 Zoll, einen 48-Megapixel-Telesensor, einen 12-Megapixel-Weitwinkel und einen ToF-Sensor. Auf dem Papier schlagen die Koreaner also bei der Pixelzahl alles, doch die Quantität sagt wenig über die Qualität aus.
So ist der 100-fache digitale Zoom des S20 auf dem Papier beeindruckend, doch in der Realität wird kaum ein Anwender mit dieser Stufe lange nach dem anvisierten Punkt suchen wollen und auch kein Stativ haben, damit halbwegs scharfe Aufnahmen gelingen. Das Huawei zoomt dagegen „nur“ 50-fach digital und 5-fach optisch – auch hier ist hohe digitale Auflösung eher sinnlos, der optische Zoom aber sehr gut.
Zu den Stärken des P40 gehört die Fotografie bei dunklen Lichtverhältnissen, wo eine extreme Aufhellung erreicht wird. Der gegenüber dem P30 noch einmal vergrößerte Sensor zahlt sich hier aus. Samsung kann da nicht ganz mithalten: Auch wenn das S20 wieder besser geworden ist, werden Fotos in Bereichen bei wenig Licht doch schneller unscharf.
Die Farben wirken bei Huawei zudem etwas natürlicher als bei Samsung, nur bei Aufnahmen im ganz nahen Bereich muss man weiter auf Distanz bleiben als beim Konkurrenten. Viel von der Qualität bringt bei Huawei die Software, die Bilder optimiert, was der Anwender leider auch merkt, wenn er im Display darauf hingewiesen wird, nach dem Abdrücken das Handy zum Scharfstellen noch einige Sekunden still auf das Motiv auszurichten.
Die weitere Ausstattung ist bei beiden Smartphones vollständig. An internem Speicher bringt das S20 Ultra 128 GB mit, die durch eine MicroSD-Karte erweitert werden können. Das geht auch bei Huawei, allerdings setzt man dort auf das etwas teurere hauseigene NM-Card-Format. Dafür hat der interne Speicher aber auch schon 256 GB.
Samsung baut in das große Gehäuse auch einen starken Akku mit 5.000 mAh ein, was für mehr als einen Tag intensiven Betriebs ausreicht. Das beigelegte 25-W-Netzteil braucht für eine volle Ladung knapp zwei Stunden, wer es schneller will, muss ein zusätzliches 45-W-Gerät erwerben – angesichts des Kaufpreises des Smartphones nicht gerade großzügig. Wie beim Vorgänger kann drahtlos geladen werden, und das auch rückwärts. Der Hua­wei-Akku hat zwar nur 4.000 mAh, hält aber im Alltag ähnlich lange durch. Hier liegt ein 40-W-Lader bei, der etwa 90 Minuten für eine Füllung braucht.
Richtig viel Boden verliert das P40 trotz seiner starken Hardware am Ende bei ­einem anderen Thema: Während Samsung ganz selbstverständlich Android 10 und alle Google-Services bietet, muss Huawei aufgrund des US-Embargos nun auf eine Open-Source-Version des Betriebssystems und seinen eigenen App-Store, die App Gallery, zurückgreifen. Diese weist noch immer große Lücken auf, populäre Apps wie etwa WhatsApp oder Facebook können nur über Umwege wie Drittanbieter installiert werden. Das geht zwar alles irgendwie, doch viele Endkunden werden darauf trotzdem verzichten und den einfachen Weg eines Geräts mit vorinstallierten Google-Services gehen wollen – wie zum Beispiel das Galaxy S20 Ultra.

Fazit

Beide Smartphones bieten starke Hardware-Leistungen für viel Geld. Das Huawei hat bei der Kamera die Nase vorn und ist günstiger, allerdings stellt das Problem mit den Google-Diensten wohl für viele potenzielle Käufer ein großes Manko dar. Das Samsung leistet sich eigentlich keine Schwächen, doch die Dimensionen und das Gewicht schränken die Alltagstauglichkeit ein.



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