Mediatek, Samsung, Qualcomm 11.08.2016, 14:03 Uhr

Smartphone-Prozessoren: Die neuen Power-Chipsätze kommen

Mediatek stellt mit seinem Helio X30 die nächste Generation seines Flaggschiff-Chipsets mit zehn Kernen vor. Die neuen Top-Chips von Samsung und Qualcomm stehen aber auch bereits in den Startlöchern.
(Quelle: Iaroslav Neliubov / Shutterstock.com)
Die nächste Generation der Smartphone-Chipsets kommt mit mindestens 8 Prozessorkernen, mit Taktraten von bis zu 4 GHz und Support für maximal 8 GB Arbeitsspeicher: Mediatek hat nun mit dem X30 als erster Hersteller sein neues Flaggschiff vorgestellt. Aber auch zu den kommenden Modellen von Samsung und Qualcomm sind bereits einige Informationen an die Öffentlichkeit gelangt. Grund genug, einen Blick auf die neue Chipset-Generation zu werfen.
Mediateks Helio X30 tritt die Nachfolge des Mitte 2015 vorgestellten X20-Chips an, der mit seinem Zehnkern-Design für Aufsehen gesorgt hatte. Auch der X30 verfügt über zehn Rechenkerne, die sich aus drei Clustern zusammensetzen. Allerdings wird der neue Chip im effizienteren 10nm-Verfahren produziert.
Mediateks Helio X30 setzt wie schon der Vorgänger auf ein Drei-Cluster-Konzept.
Für rechenintensive Aufgaben ist ein Cortex-A73-Dualcore verbaut, der laut offiziellen Angaben mit bis zu 2,8 GHz taktet und im Vergleich zur Vorgängergeneration bis zu 30 Prozent performanter und effizienter arbeitet. Dem Dualcore stehen zwei Quadcore-Cluster auf Cortex-A35-Basis mit 2,2 beziehungsweise 2 GHz Taktung zur Seite. Die kleineren Quadcores sind für mittlere bis leichte Tasks vorgesehen und sollen helfen, den Energiebedarf zu senken.
Bei der Grafikeinheit setzt Mediatek auf die Quadcore-GPU PowerVR 7XT. Der Helio-X30-Chip unterstützt maximal 8 GB RAM und UFS 2.1 Speicher. Wann der Marktstart des Chips erfolgen wird, hat Mediatek noch nicht erläutert. Vor 2017 wird man den Helio X30 aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht am Markt antreffen.

Samsung Exynos 8895

Bis dahin dürfte auch Samsung die Entwicklung seines neuen Chip-Flaggschiffs Exynos 8895 abgeschlossen haben. Dieses soll erstmals in 10nm-Bauweise gefertigt werden und habe in Tests Taktraten von bis zu 4 GHz erreicht. Zum Vergleich: Der aktuelle Exynos 8890 aus dem Galaxy Note 7 wurde noch mit 14nm-Technologie gefertigt und arbeitet mit maximal 2,3 GHz. Sein Debüt dürfte der Exynos 8895 mit dem Marktstart des Samsung Galaxy S8 feiern.

Qualcomm Snapdragon 830 ist beim Wettrüsten

Ebenfalls acht Rechenkerne sollen in Qualcomms neuem Powerhouse Snapdragon 830 arbeiten. Der Chipsatz mit der internen Bezeichnung MSM8998 werde laut ersten Leaks auch im 10nm-Verfahren gefertigt und soll wie der Helio X30 maximal acht GByte Arbeitsspeicher unterstützen. Für besonders flottes mobiles Internet stehe zudem das neue X16 LTE-Modem mit Unterstützung für den Cat-16-Standard im Snapdragon 830 bereit. Damit ist laut Qualcomm eine Downstream-Geschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s möglich.

Nutzloses Wettrüsten der Chip-Hersteller?

Über den Sinn und Zweck der neuen Superlativen für den mobilen Einsatz lässt sich trefflich streiten. Wer nur hin und wieder seinen Facebook-Status aktualisiert und die ein oder andere E-Mail unterwegs beantwortet, benötigt sicher kein Chipset, das UHD-Inhalte problemlos mit 60 Bildern pro Sekunde abspielen kann.
Wenn das Smartphone aber zunehmend als PC-Ersatz zum Einsatz kommt oder im Zusammenspiel mit entsprechenden Peripheriegeräten gar als Rechenzentrale für den Desktop dient, ist mehr Leistung nie verkehrt. Interessante Konzepte hierzu sind bereits für Windows 10, Ubuntu oder auch Android erhältlich.
HPs Windows-10-Smartphone Elite x3 kann als mobile Rechenkomponente für Laptop- oder Desktop-Docks genutzt werden.
Darüber hinaus kommen ARM-Chips schon lange nicht mehr ausschließlich in Mobilgeräten zum Einsatz. Auch der Automobilmarkt macht von den energieeffizienten Rechenchips für vernetze Fahrzeuge Gebrauch. So bietet beispielsweise Qualcomm sein aktuelles Flaggschiff Snapdragon 820 bereits in einer speziellen Version für Automobilhersteller an. Und auch der Wettbewerber Nvidia hat mit dem Nvidia Drive PX 2 eine ARM-basierte Recheneinheit für den Automobilmarkt im Programm.




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