NSA-Affäre 17.01.2014, 11:42 Uhr

US-Geheimdienst greift 200 Millionen SMS ab - pro Tag

Neue Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden zeigen, dass der US-Geheimdienst NSA auch SMS-Nachrichten im großen Stil mitliest. Die Rede ist von bis zu 200 Millionen Kurznachrichten pro Tag.
(Quelle: aetb - Fotolia.com)
Die Schnüffelaffäre rund um die National Security Agency (NSA) ist um ein Kapitel reicher. Wie die britische Zeitung The Guardian unter Bezugnahme auf streng vertrauliche Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden berichtet, ist der US-Geheimdienst in der Lage, täglich rund 200 Millionen verschickte SMS abzufangen.
Das Programm mit dem Namen "Dishfire" kommt weltweit zum Einsatz und sammelt laut einem Bericht des britischen NSA-Partnerdienstes GCHQ "so ziemlich alles, was es kann" - dazu zählen beispielsweise Daten wie Standort, Netzwerk oder Kreditkarten-Details.
Wie der Guardian weiter schreibt, kann die NSA jeden Tag mehr als fünf Millionen solcher Informationen auswerten - das geschehe vollautomatisch durch eine Software mit dem Codenamen "Prefer". Danach sei es beispielsweise möglich, Reisepläne oder Finanztransaktionen der Belauschten zu rekonstruieren.
Betroffen seien auch solche Menschen, die unter keinerlei Verdacht stünden, so der Guardian. Die NSA behauptet hingegen, ausschließlich Aufklärungsziele auszuspähen. Auch der GCHQ betont, stets im Einklang mit nationalen Gesetzen gehandelt zu haben. 
Die NSA-Präsentation, aus der die Informationen stammen, wurde im Jahr 2011 unter dem vielsagenden Titel "SMS-Nachrichten - Eine Goldmine zum Ausbeuten" veröffentlicht. An die Öffentlichkeit gelangte das Papier durch den Whistleblower und ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden, der sich derzeit in Russland aufhält, nachdem ihm die russische Regierung zunächst für ein Jahr Asyl gewährt hatte.
Die Enthüllungen Snowdens haben in den vergangenen Monaten schonungslos offen gelegt, mit welchem Einsatz und in welchem Umfang die NSA alle möglichen Arten der Kommunikation überwacht. Demnach wird nicht nur der Datenverkehr zwischen Rechenzentren von Internet-Konzernen abgehört, sondern auch Handy-Gespräche belauscht und PCs verwanzt.




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