Erweiterte Realitäten 04.10.2018, 10:43 Uhr

Augmented Reality erobert Smartphones und das Connected Car

Als Google vor einigen Jahren mit seiner digitalen Brille scheiterte, war das ein Rückschlag für die Vision der "erweiterten Realität". Doch jetzt erobert mit Hologrammen und Hinweisen überlagerte Realität das Smartphone. Und selbst vermeintliche Science Fiction rückt näher.
(Quelle: WayRay )
Über der Abbiegespur schweben grüne Pfeile und biegen um die Straßenecke. Rote Warnzeichen begleiten eine Fußgängerin über den Zebrastreifen und am Straßenrand zieht der Schriftzug "Café" vorbei - aber nur auf der Windschutzscheibe.

Die echte Sicht des Autofahrers, erweitert (engl.: augmented) um digitale Infos aus dem Navigationsgerät: Bald Alltag, verspricht das Start-up Wayray, dessen holografisches Navi auf Messen schon Preise einfuhr und 2019 in den USA und China auf den Markt kommen soll. Auch Apple meldete zuletzt ein Patent für eine Windschutzscheibe mit Augmented Reality (AR) an.

Ein Besucher spielt in einer Augmented Reality AR mit einem neuen Smartphone Samsung Galaxy auf der Fachmesse für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte FIA.
Quelle: Carsten Koall
Um die Vorstellung, dass Menschen ihren Alltag bald virtuell angereichert sehen könnten, wurde es nach dem PR-Desaster um Googles mit Kamera ausgestattete AR-Brille Glass zunächst eine Weile still. Doch leise reiften Technik und Anwendungen für ein Comeback im großen Stil heran.

In fünf Jahren werde bereits jeder vierte Deutsche regelmäßig AR-Dienste nutzen, sagen der Digitalverband Bitkom und die Unternehmungsberatung Deloitte voraus. Schon in diesem Jahr soll es in Deutschland 2,2 Millionen aktive Nutzer geben. Denn auf Smartphones und Tablets ist AR schon jetzt im Aufwind.

Längst hat der Handel das Potenzial entdeckt und bietet Apps, mit denen Möbel im eigenen Wohnzimmer oder Kleidung am eigenen Körper ausprobiert werden können - nach dem gleichen Prinzip wie Social-Media-Apps wie Snapchat, die Nutzer mit virtuellen Masken in Echtzeit lustig oder hübscher aussehen lassen. Reiseführer und Museumsguides liefern mittels Handy-Kamera und Ortung gezielte Infos und lassen schon mal das Stadtmaskottchen die Führung übernehmen.


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