Konzentration aufs Kabel 27.11.2020, 08:06 Uhr

Glasfaser-Direktanschlüsse: Vodafone ändert Strategie

Breitbandhunger gibt es bundesweit. Statt neue Glasfasernetze zu verlegen, will sich Vodafone jetzt aber vordringlich dem Ausbau seines eigenen Kabel-Netzes widmen.
Ein Monteur verbindet Glasfaserkabel zu einer neuen Leitung.
(Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)
Vodafone will sich beim Glasfaser-Ausbau in Deutschland künftig stärker auf die Aufrüstung der eigenen Kabel-Netze konzentrieren. Ein Firmensprecher bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Rheinischen Post. "Wir werden künftig Teile unserer bisherigen Glasfaseraktivitäten umwidmen und sie ins Kabelnetz einbringen."
Im Gegenzug fährt Vodafone die Anwerbung neuer Glasfaser-Versorgungsgebiete bei seinen Programmen GigaGemeinde und GigaGerwerbe zurück, bei denen die Glasfaserleitungen bis hin zum Kunden verlegt werden. Man fokussiere sich in diesem Bereich darauf, den Auftragsbestand für 150.000 Haushalte und 23.000 Unternehmen abzuarbeiten. "Hier wollen wir über die nächsten 15 Monate vor allem fertig bauen, was uns aufgetragen ist." Neue Glasfaserprojekte sollen "vor allem im Bereich geförderter Gemeindeprojekte sowie Gewerbegebiete auf Basis großer Kundennachfrage" akquiriert werden.
Mit dem Strategiewechsel reagiert Vodafone auch auf die Bedürfnisse der Kunden, die über das TV-Kabel ins Internet gebracht werden. Zwar bietet hier Vodafone maximale Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde an, die aber in etlichen Fällen nicht durchgehend zur Verfügung gestellt werden können. Insbesondere zu den Spitzenzeiten am Abend hat der Provider Schwierigkeiten, die hohe Bandbreite flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Das deutet auf Engpässe im Backbone-Netzwerk hin, die mit einem gezielten Glasfaser-Ausbau beseitigt werden könnten.


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