Übernahme 09.05.2018, 08:46 Uhr

Vodafone kauft Unitymedia

Es ist soweit: Die Vodafone Group vereinbart mit Liberty Global die Übernahme der Kabelnetze in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.
(Quelle: one photo - Shutterstock)
Die Spekulationen haben ein Ende: Vodafone hat bekanntgegeben, dass man sich mit Liberty Global auf den Kauf der Kabelnetze von Unitymedia in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien geeinigt habe. Die Transaktion hat einen Wert von 18,4 Milliarden Euro.
Durch die Übernahme der Kabelnetze in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen entstünde erstmals wieder ein bundesweit tätiger Kabelanbieter und somit auch erstmals ein Wettbewerber der Telekom, der bundesweit mit eigenem Netz auftritt.
Unitymedia-Chef Lutz Schüler begrüßte die geplante Zusammenführung "ausdrücklich". "Das verleiht dem Wettbewerb im deutschen Markt neue Impulse, treibt Investitionen in Gigabit-Netze und bringt so Deutschland auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft voran", so Schüler.
„Indem wir unsere Kabelnetze vereinigen und zu Gigabit-Netzen aufrüsten, gestalten wir Deutschland wirklich zu einer Gigabit-Gesellschaft um: Wir bauen 25 Millionen Gigabit-Anschlüsse für 50 Millionen Menschen bis 2022", sagte Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone Deutschland. Er kündigte zudem an, in den nächsten vier Jahren insgesamt etwa 12 Milliarden Euro investieren zu wollen.
"Damit beschleunigen wir nicht nur unser eigenes Netz, sondern bringen auch die anderen Anbieter dazu, in den Ausbau von Gigabit-Netzen zu investieren und den Infrastruktur-Ausbau voranzutreiben", so Ametsreiter weiter.

Das sagen die Wettbewerber zur geplanten Unitymedia-Übernahme

Die Wettbewerber, unter anderem die im Buglas vereinigten Anbieter, haben bereits im Vorfeld große Bedenken geäußert. „Vodafone und Unitymedia würden zusammen ein bundesweites Kabelmonopol bilden, das die Wirtschaftlichkeit des überwiegend regionalen Ausbaus der Glasfasernetze ernsthaft gefährden würden “, erklärte beispielsweise Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer dem Handelsblatt.
Auch die Telekom sah dem Zusammenschluss verständlicherweise mit großer Skepsis entgegen. CEO Tim Höttges bezeichnete die mögliche Übernahme als "inakzeptabel" und "nicht genehmigungsfähig".
„Ähnlich wie die Deutsche Telekom mit (Super-) Vectoring setzen auch die großen Kabelnetzbetreiber mit ihren Koax-Kabeln auf Kupfer auf der letzten Meile und vermeiden so Investitionen in zukunftssichere, reine Glasfaser“, sagte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers.




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