Vodafone: Solide in Deutschland, international unter Druck

Vodafone fokussiert Europa-Geschäft

Vodafone hatte sich in den vergangenen Jahren auf den Ausbau des Geschäfts in Europa fokussiert und baut die Beteiligungen in anderen Regionen ab.
So hatte Vodafone erst am Montagabend mitgeteilt, sein Neuseeland-Geschäft für zwei Milliarden Euro loszuschlagen. Vergangene Woche musste der Konzern bei der Reduzierung des Geschäfts in weiter Ferne jedoch einen Rückschlag hinnehmen. Der geplante Verkauf der verlustträchtigen Australien-Sparte scheiterte am Veto der dortigen Aufsichtsbehörde.
In Deutschland will Vodafone das Geschäft hingegen ausbauen. So hatte Vodafone erst vor Kurzem bekanntgegeben, sein Kabelnetz für den Konkurrenten Telefónica Deutschland (O2) zu öffnen. Der Schritt soll Vodafone dabei helfen, die Zustimmung der EU-Kommission zur milliardenschweren Übernahme von Unitymedia zu bekommen.
Vodafone hatte im Frühjahr 2018 angekündigt, die Kabelnetze von Liberty Global - in Deutschland unter dem Namen Unitymedia im Geschäft - auch in Ungarn, Tschechien und Rumänien für insgesamt etwa 18,4 Milliarden Euro inklusive Schulden zu übernehmen. Die EU-Kommission hatte Bedenken gegen den Zusammenschluss in Deutschland geäußert und eine vertiefte Prüfung eingeleitet.
Und auch im Kampf um die 5G-Mobilfunkfrequenzen ist Vodafone dabei. Die Auktion läuft schon seit einiger Zeit und wird für die Anbieter auf jeden Fall teurer als erhofft. Seit Mitte März versteigert die Bundesnetzagentur in Mainz 41 Mobilfunkblöcke, die Höchstgebote summieren sich derzeit auf 5,8 Milliarden Euro - die erwarteten 3 bis 5 Milliarden Euro wurden also schon jetzt deutlich übertroffen.
Neben britischen Konzern nehmen die Telekom, Telefonica Deutschland und die United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch an der Auktion teil. Wie lange diese noch dauert, ist unklar. Der Auktionstheoretiker Vitali Gretschko vom Forschungsinstitut ZEW hatte vergangene Woche gesagt: Das kann heute Abend sein, das kann aber auch in ein paar Monaten sein."



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