Geschäftszahlen 25.03.2021, 11:10 Uhr

Corona-Schub für EP

Trotz Ladenschließungen ist der Umsatz der ElectronicPartner-Fachhändler deutlich gestiegen.­ Stark rückläufig war jedoch das Vertragsgeschäft im TK-Segment.
(Quelle: EP )
Dass ein Corona-Jahr kein Krisenjahr sein muss, hatte sich bereits anhand der Geschäftszahlen von Expert und Euronics angedeutet. Nun bestätigte auch ElectronicPartner, dass das Consumer-Elec­tronics-Segment von der Pandemie schier beflügelt wurde. Laut Friedrich Sobol, EP-Markenvorstand und als solcher für die Marken ElectronicPartner und MediMax verantwortlich, machte sich für die Verbundgruppe einen Spruch des britischen Staatsmanns Winston Churchill zu eigen: „Lass niemals eine Krise ungenutzt verstreichen“. Die Jahresbilanz von EP zeigte nun, dass man sich dies durchaus zu Herzen genommen hat: Mit sehr deutlichen 19,3 Prozent verzeichneten die 299 EP-Markenhändler im Jahr 2020 das deutlichste Umsatzplus seit Beginn der „Qualitätsoffensive“ vor sieben Jahren – mehr als die Verbundgruppe selbst, die jedoch auch um 8,1 Prozent zulegen konnte.

Der Local Hero vor Ort

„Das ist jetzt genau die Zeit für den serviceorientierten, gut aufgestellten Fachhandel, den Local Hero vor Ort“, begründet Sobol das starke Wachstum, denn „während andere nur bis zur Bordsteinkante geliefert haben, haben wir die Produkte beim Kunden auch eingebaut.“ Der Online-Umsatz stieg gar um 134 Prozent, doch das allein sei nicht entscheidend. „Viel wichtiger ist, dass viele Online-Zugriffe in einem telefonischen Kontakt endeten“, so Sobol. Allein im Januar 2021 – also mitten im zweiten Lockdown – verzeichneten die EP-Markenhändler eine Umsatzsteigerung von 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Februar 2021 waren es sogar 21,7 Prozent. „Trotz geschlossener Geschäfte haben wir also mehr Umsatz gemacht als 2020 bei offenen Läden. Der Konsument sucht die Nähe zu uns mehr denn je. Das zeigt die wahre Stärke des Fachhandels“, freut sich Sobol.
So gesehen überrascht es nicht, wenn Sobol davon spricht, dass er es mit einem Ende des zweiten Lockdowns gar nicht so eilig hat – rein kaufmännisch betrachtet, natürlich. Gesellschaftspolitisch, so wirft Vorstandskollege Karl Trautmann rasch ein, sei das selbstverständlich ein anderes Thema. Um die Umsatzwelle nicht abbrechen zu lassen – nach dem Ende des ersten Lockdowns gab es tatsächlich eine kleine Delle –, will ElectronicPartner bis zum Jahr 2025 in fünf Bereichen besser werden oder neue Dienstleistungen anbieten. Hierzu gehört etwa die Terminvereinbarung im Shop, die unter dem Slogan „Click & Meet“ auch schon in den vergangenen Wochen eingeübt wurde. „Unsere Kunden werden in Zukunft alle dankbar sein, wenn man sich für eine umfassende Beratung anmelden kann, und das auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten“, glaubt Sobol. Weitere Ziele sind die Ausweitung der virtuellen Sortimentstiefe und eine stärkere Spezialisierung auf Marken, Investitionen ins Mitarbeitermarketing und die Einführung eines Service-Konfigurators. Sobol: „Wir wollen zeigen, dass Service mehr als nur Reparatur bedeutet.“ Und: Nach dem Motto „Unsere Farbe ­verpflichtet“ will ElectronicPartner auch deutlich nachhaltiger werden.
Bei aller Freude über das Geschäftsergebnis: Wenig Begeisterung löst bei Sobol derzeit der Bereich Telekommunikation aus: „Bereits 2020 gab es eine Delle bei der Vermarktung von Verträgen. Doch im Lockdown war das Vertragsgeschäft eine Vollkatastrophe. Hier verzeichneten wir ein dramatisches Minus.“




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