Umsatzverluste 20.05.2019, 13:23 Uhr

Der Online-Handel kannibalisiert die Einkaufsstraßen

Der Siegeszug des Internethandels macht vor allem Mode- und Elektrohändler in den Einkaufsstraßen zunehmend zu schaffen. Dabei wuchs der Online-Handel laut HDE im Jahr 2018 mit 9,1 Prozent sogar etwas schwächer als erwartet.
(Quelle: BABAROGA/Shutterstock)
Der Online-Handel boomt, die Einkaufsstraßen darben: Denn immer mehr Verbraucher sparen sich den Weg in die Innenstädte und geben ihr Geld lieber im Internet aus. Besonders der Modehandel, die Elektronikanbieter und die Einrichtungshäuser in den Einkaufsstraßen und Shopping-Centern leiden unter der Abwanderung der Kunden, wie aus dem am Montag veröffentlichten "Online-Monitor 2019" des Handelsverbandes Deutschland hervorgeht.
"In den Branchen Fashion, Consumer Electronics und Wohnen kannibalisiert der Online-Handel zunehmend den stationären Handel offline", heißt es in der Studie. Beispiel Mode: Im vergangenen Jahr gaben die Bundesbürger laut HDE im Internet rund 13,2 Milliarden Euro für Kleider, Jeans, Schuhe und Accessoires aus. Das war eine Milliarde Euro mehr als im Vorjahr. Und der Zuwachs ging eindeutig zu Lasten der stationären Händler. Denn bei ihnen fehlten am Ende im Jahresvergleich rund 1,1 Milliarden Euro in der Kasse - ein Umsatzrückgang von 3,1 Prozent.
Noch schlimmer war die Situation im stationären Elektrohandel - wo die Umsätze sogar um 4,3 Prozent zurückgingen. Nach Umsatz gerechnet werden inzwischen laut HDE fast ein Drittel der Einkäufe von Elektrogeräten (31 Prozent) und mehr als ein Viertel aller Modeeinkäufe (27,7 Prozent) online erledigt - mit steigender Tendenz.

E-Commerce erobert weitere Branchen

Und der Online-Handel ist dabei, weitere Branchen zu erobern. So mussten die stationären Wohn- und Einrichtungshäuser 2018 Umsatzeinbußen von rund 1,4 Milliarden Euro hinnehmen - ein Rückgang um 4,3 Prozent. Gewinner war auch hier die Online-Konkurrenz, die sich über ein Umsatzplus von 10 Prozent freuen konnte.
Dabei wuchs der Online-Handel laut HDE 2018 mit 9,1 Prozent sogar etwas schwächer als erwartet. Doch für die Händler in den Innenstädten war das kaum ein Trost. Denn trotzdem hatten die Onlineanbieter am Ende mehr als 4,4 Milliarden Euro mehr in der Kasse als im Vorjahr. Insgesamt kauften die Deutschen für über 53 Milliarden Euro im Internet ein - und dabei ist die Umsatzsteuer noch gar nicht berücksichtigt.



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