Rid Zukunftskongress 07.11.2019, 12:15 Uhr

Der Einzelhandel in Bayern zeigt sich innovativ

Unter dem Motto „Mit Mut & Optimismus handeln“ lud die Rid Stiftung zum Rid Zukunftskongress ein. Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf dem Thema Virtual Reality im Handel.
(Quelle: Rid Stiftung / Jan Schmiedel )
Rund 450 Teilnehmer kamen zum Rid Zukunftskongress im Sofitel Hotel in München zusammen, der jedes Jahr von der Rid Stiftung veranstaltet wird. Ein wichtiger Programmpunkt waren diesmal das fünfjährige Jubiläum des Innovationswettbewerbs „Handel im Wandel“ und die Erkenntnisse, die bislang aus dem Projekt gezogen werden konnten. Diese präsentierten nach der Eröffnung durch Michaela Pichlbauer, Vorständin der Rid Stiftung, die Vertreter der Kooperationspartner des Kongresses. In den letzten fünf Jahren nahmen rund 250 Bewerber an dem Innovationswettbewerb teil, der darauf abzielt, Lösungen für einen zukunftsfähigen Einzelhandel zu fördern.
Michaela Pichlbauer, Vorständin der Rid Stiftung, eröffnete den Zukunftskongress.
Quelle: Rid Stiftung / Jan Schmiedel
„Das Thema Innovation wird im mittelständischen Einzelhandel schnell als schwieriges Thema gesehen“, erklärte Michaela Pichlbauer. „Innovationen werden in erster Linie den großen Akteuren zugetraut, weil darüber auch stärker berichtet wird. Alleine fehlt dem mittelständischen Handel auch oft die Kraft für Innovation.“ Und sie ergänzte: „Es gibt unglaublich innovative Einzelhändler und Einzelhändlerinnen. Wir sehen sie nur nicht.“ Das sei einer der Gründe, weshalb die Rid Stiftung sich diesem Aspekt widmet, gemeinsam mit anderen Akteuren, die den Einzelhandel ergänzen und unterstützen können.  
Einer dieser Kooperationspartner ist UnternehmerTUM, das Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München. „Die Innovationskraft des Einzelhandels ist gewaltig und wird viel zu häufig unterschätzt“, erklärt Sabine Hansky, Chief Communications Officer von UnternehmerTUM, dazu. „Wir freuen uns, gemeinsam mit den Veranstaltern des Innovationswettbewerbs vielen spannenden Ideen aus der Branche Sichtbarkeit zu geben.“ Gemeinsam bringen die Partner beim Innovationswettbewerb Teilnehmer aus der Start-up-Szene und aus dem Einzelhandel zusammen. Diese Verbindung zu stärken und die Vernetzungsmöglichkeiten noch weiter auszubauen setzt sich die Rid Stiftung auch für die kommenden Runden des Innovationswettbewerbs auf die Fahne.
Die Auswertung des Innovationswettbewerbs brachte interessante Ergebnisse zutage. „Es handelt sich bei unserem Wettbewerb um den einzigen, der sowohl den etablierten Einzelhandel als auch Start-ups adressiert“, sagte Pichlbauer. Außerdem hat der Wettbewerb einen starken Fokus auf Technologien. So waren beispielsweise 25 Prozent der präsentierten Lösungen Online-Plattformen und 14 Prozent Apps. Zudem zielten 90 Prozent der Wettbewerbsteilnehmer mit ihren Lösungen auf den Endkunden ab, nur 10 Prozent auf den Einzelhändler. Besonders spannend: Alles, was aus großen Konzernen bekannt ist, zum Beispiel Apps, Virtual Reality und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, wird auch sehr kompetent von kleinen und mittelständischen Unternehmen genutzt.

Praxisthemen für den Handel

Den Nachmittag des Rid Zukunftskongresses bestimmten vor allem sieben parallel stattfindende Sessions zu besonders praxisnahen Themen: Digitale Marktplätze für Same Day Delivery im lokalen Kontext wurden ebenso angesprochen wie die klassischen Herausforderungen von Markenbildung, Kundenbegeisterung über Social Media, Strategien für Plattformverkäufe und Serviceexzellenz.
Auf die Praxis-Sessions folgte ein Gespräch mit Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Dabei erklärte dieser: „Vor allem gestandene Mittelständler haben großartige Ideen in den Wettbewerb eingebracht. Das beweist, dass sie mit Kreativität die Herausforderungen annehmen. Daher bleibe ich für die Zukunft optimistisch: Innovative Mittelständler werden problemlos den Strukturwandel im Handel vollziehen.“ Den Abschluss bildete ein Vortrag von Mark Mast, Intendant und Chefdirigent der Bayerischen Philharmonie. Er brachte den Kongressteilnehmern in seinem Vortrag „Sinfonie der Kompetenzen“ nahe, was Unternehmen von Orchestern lernen können.

Innovationswettbewerb entwickelt sich weiter

Auch der Innovationswettbewerb der Rid Stiftung will sich weiter fit für die Zukunft machen. Daher blickt die Rid Stiftung auch auf die Punkte, die noch verbessert werden können. Entwicklungspotenziale werden vor allem bei einem intensiveren Coachingprozess gesehen und bei einer besseren Verbindung zwischen Start-ups und Einzelhändlern. Zudem werden von den Teilnehmern Möglichkeiten zum Testen in realen Einzelhandelskontexten verstärkt gewünscht.
Neu im Boot ist der Münchner Flughafen: Jens Hassler (Flughafen München GmbH) und Michaela Pichlbauer (Vorständin der Günther Rid Stfitung für den bayerischen Einzelhandel)
Quelle: Rid Stiftung / Jan Schmiedel
Ab dem nächsten Jahr kommt außerdem ein neuer Kooperationspartner zu den bisherigen hinzu. Die Flughafen München GmbH wird den Wettbewerb künftig unterstützen und den Wettbewerbsteilnehmern beispielsweise durch Flächen am Flughafen mehr Sichtbarkeit ermöglichen. „Wir freuen uns sehr, dass der Flughafen München nicht nur kostenfreie Flächen für Gewinner der Innovationswettbewerbe zur Verfügung stellen wird, sondern auch als Mitveranstalter ‚Handel im Wandel‘ ab 2020 unterstützen wird“, erklärt Michaela Pichlbauer.
„Der Flughafen München ist auf den Innovationswettbewerb ‚Handel im Wandel‘ aufmerksam geworden durch die vielen innovativen Impulse, die er für den Einzelhandel der Zukunft hervorgebracht hat“, sagt Jens Hassler, Leiter Business Development & Marketing, Geschäftsbereich Commercial Activities bei der Flughafen München GmbH. „Daher sind wir sehr gern bereit, als Mitveranstalter 2020 zu kooperieren und freuen uns darauf, mit den bisherigen Partnern gemeinsam Start-ups und den Mittelstand in Bayern zu unterstützen.“
Unverändert bleibt, dass der Wettbewerb Ideen und Konzepte auszeichnet, die das Einkaufserlebnis im Laden stärken, digitale Technologien für den Einkaufsprozess nutzen, Kooperationen zwischen Einzelhändlern fördern oder Online- und Offline-Shopping klug verbinden. Angesprochen werden über verschiedenste Kanäle weiterhin sowohl mittelständische Einzelhändler, als auch Start-ups sowie studentische Teams.
Die Partner des Innovationswettbewerbs "Handel im Wandel" (v.l.n.r.): Prof. Dr. Dirk Funck (Beiratsvorsitzender der Rid Stiftung), Claudia Schlebach (IHK für München und Oberbayern), Prof. Dr. Klaus Gutknecht (Elaboratum GmbH), Wolfgang Puff (Handelsverband Bayern), Helga Rid, Franz Müller (Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie), Joachim Stumpf (BBE Handelsberatung GmbH), Jens Hassler (Flughafen München GmbH), Sabine Hansky (UnternehmerTUM GmbH), Michaela Pichlbauer (Vorständin der Günther Rid Stiftung für den bayerischen Einzelhandel)
Quelle: Rid Stiftung / Jan Schmiedel


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