Fachkräftemangel wird zum Risiko für die IT-Sicherheit
Fehlendes Fachpersonal entwickelt sich für Unternehmen zunehmend zu einem IT-Sicherheitsrisiko. 76 Prozent der IT-Security- und Führungsverantwortlichen in Deutschland geben an, dass sich der Personalmangel negativ auf die IT-Sicherheit ihrer Organisation auswirkt. 44 Prozent sprechen sogar von einer starken oder sehr starken Beeinträchtigung.
Das geht aus der sechsten Ausgabe der Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ hervor, die G DATA CyberDefense gemeinsam mit Brand Eins und Statista erstellt hat. Für die Untersuchung wurden mehr als 5.000 Arbeitnehmer in Deutschland zu Cybersicherheit im beruflichen und privaten Umfeld befragt.
Die Folgen des Fachkräftemangels zeigen sich demnach unter anderem im täglichen Betrieb der IT-Systeme. So fehlt es in Unternehmen an Beschäftigten, um sicherheitsrelevante Updates zeitnah einzuspielen oder Warnmeldungen von Sicherheitslösungen auszuwerten. Damit werde IT-Sicherheit nicht allein zu einer Frage der eingesetzten Technik, sondern auch der personellen Ressourcen und der Qualifikation der Beschäftigten.
KI verändert die Bedrohungslage
Gleichzeitig nimmt der Druck durch Cyberangriffe weiter zu und verschärft die Risiken. 46 Prozent der Befragten betrachten organisierte Cyberkriminelle, die mit gezielten Angriffen Geld verdienen wollen, als größte Gefahr. Eine zunehmende Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz. Sie kann Cyberkriminellen beispielsweise helfen, Angriffe schneller durchzuführen oder Sicherheitslücken effizienter auszunutzen.
Auf der anderen Seite setzen auch Unternehmen KI zur Abwehr von Cyberattacken ein. 44 Prozent der Befragten sehen einen besonderen Nutzen der Technologie bei der frühzeitigen Erkennung von Angriffen. Rund jeder Dritte nennt zudem Vorteile bei der automatisierten Auswertung großer Datenmengen sowie bei automatisierten Reaktionen auf Sicherheitsvorfälle.
„Künstliche Intelligenz verändert die Bedrohungslage auf beiden Seiten: Cyberkriminelle können Angriffe schneller und effizienter durchführen. Gleichzeitig hilft KI dabei, Attacken früher zu erkennen und schneller darauf zu reagieren“, sagt Andreas Lüning, Mitgründer und Vorstand von G DATA CyberDefense.
Der Markt für Security-Services wächst
Die steigende Bedeutung der IT-Sicherheit zeigt sich der Studie zufolge auch an der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche. Der weltweite Umsatz mit Security-Services hat sich demnach innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt: von 11,5 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 25,4 Milliarden Euro 2026.
Für 2030 werden die weltweiten Kosten durch Cyberkriminalität in der Studie auf 16,9 Billionen Euro geschätzt. Zudem erfolgen den dort zusammengetragenen Zahlen zufolge 68 Prozent der Cyberangriffe über E-Mails mit Schadsoftware. Die Aufklärungsquote der in Deutschland erfassten Cybercrime-Fälle lag 2025 bei 31 Prozent.
Die aktuelle Ausgabe von „Cybersicherheit in Zahlen“ enthält neben der Befragung mehr als 300 Statistiken zu verschiedenen Aspekten der IT-Sicherheit. Einen zusätzlichen Schwerpunkt bildet die Cybersicherheit in der öffentlichen Verwaltung.